Suppe mit Brot

Donnergötter gezürnt. Blitzgötter verärgert. Seit Tagen nur Grollen und Zucken. Irgendetwas klappte da mit der Suppe nicht. Im Vorbeigehen beim Türken um die Ecke sah Maria die einladende Tafel. Suppe mit Brot. Ein wohliges Gefühl in der Magengegend stellte sich ein. Suppe mit Brot. Mehr stand da nicht. Für drei Euro. Gemüsesuppe? Linsen? Etwas mit Fleisch? Scharf? Egal. Maria dachte an zuhause. Eine Suppe gab es da fast immer. Auch im Sommer. Suppe mit Brot. Das Heimweh kroch in die Glieder.

Ottomane

Den blonden Frauen von Abba war Franz nie erlegen. Hübsch hatte er sie früher schon gefunden. Aber es war nicht seine Musik. Kein Waterloo. Keine Fan von Disko-Glimmer gewesen. Napoleon hatte den Bayern ein paar französische Wörter dagelassen. Ottomane  mochte Franz besonders. Seine Großmutter hatte eine schöne. Nach dem Mittagessen hat sie immer darauf geschlafen. Desto älter sie wurde, um so länger wurde der Mittagsschlaf. Von dort hat sie dann abends auch gern ferngeschaut. Als sie denn einen Fernseher hatte. Manchmal ist sie vor dem Fernseher eingeschlafen. War so gemütlich. Auch wenn ein Fest war, konnte es passieren, dass sich Großmutter auf die Ottomane zurückzog. Die anderen ließen sie dann in Ruhe. Großmutter war kein Fan von Napoleon. Franz auch nicht. Großmutter störte vor allem, dass er die Klöster aufgelöst hatte. Franz war das nicht so wichtig. Die meisten Klöster lösten sich eh selber auf. Aber auf die Ottomane hätte Großmutter nicht verzichten wollen. Franz auch nicht. Als er noch Kind war, hatte er oft mit Großmutter dort gelegen und sie hat ihm Geschichten erzählt. Manchmal las sie ihm auch etwas aus einer Zeitung vor. Aus Bücher selten. Großmutter hatte fast keine Bücher. Außer der Bibel natürlich. Und das Gebetbuch.

Komplex #7

Im Innsbrucker Magazin ist ein essayistischer Text zum Thema [Art]tikulation erschienen. Schaut und lest!!

Der Hirbel hat´s nicht leicht…

Der Hirbel hat´s nicht leicht und doch, flink wie ein Hase, um die Ecke, hier und da einen Hacken schlagen… Zwischen den Schafen das große Glück. Der Hirbel hat´s nicht leicht…

Sonnenblumenfelder

Die Sonnenblumen fangen an. Konkurrieren mit dem Mais. Feld an Feld. Keine Frage, wer schöner ist. Franz mochte den Mais nicht besonders. Mal auf dem Grill. Dann war es aber schon gut. Auf den Felder viel lieber Sonnenblumen. Brachten auch einen Haufen Biomasse. Und vor allem ein strahlendes Gelb. Niemand brauchte die Maisfelder. So viel Mais aß doch kein Mensch. Nicht einmal in Amerika. Auch Maislabyrinthe werden überschätzt. Kein Faden da verloren.

auf dem rücken der pferde kein glück gesucht

des jasmins süße geflohen. auf

den rücken der pferde kein

glück gesucht, mit nassen

kleidern das gewitter ausgelacht

 

auf den rädern sind wir durch die

größten pfützen geradelt, schuhe

hatten wir längst über bord

geworfen, die segeln immer im

 

wind, bei der ankunft haben

die kleider vom leib gerissen

die rinnsale verrieten unseren

 

weg, umschlungen lagen wir

später, des lachens müde, auf

dem ausgerollten blumenmeer

Kühles Wasser suchen

In die Berge. Der Schwüle davon. Kühles Wasser suchen. Raus aus die Stadt. Bei Sonnenaufgang schon gestartet. Frühes Aufstehen war ganz ok. Franz und Maria mochten die Ruhe der Stadt. Waren mit dem Auto los. Kaffee gab es später. Unterwegs kurz gestoppt. Bergan doch ein paar Mühen. Später dann im kühlen See gebadet. Sie liebten die Jachenau. Der Walchensee war gerader recht. Der Andrang hielt sich noch in Grenzen. Auf der Wasseroberfläche wenig Sonnenmilch. Nach Hause wollte keiner fahren. Sie ließen sich Zeit.

Als das Gewitter aufzog, waren sie schon weiter

Weit durch den See geschwommen. Wasser hilft. Franz mochte das Wasser im Sommer. Nicht die Sonne auf der Haut. Die war ihm einerlei. Mit den einen oder anderen Segelboot es aufgenommen und doch verloren. Irgendwann wollte er durch die Mongolei reiten. Einfach so. Wenig Autos. Weite Steppen. Der Ammersee war aber gerade recht. Sie waren schon in der Früh rausgefahren mit dem Zug und dann geradelt. Hier und da gab es Stellen, die nicht überfüllt waren. Als das Gewitter aufzog, waren sie schon weiter. Mussten noch in die Stadt. Es gab noch Arbeit.

gewitterwolken deuen herab

unter dem pflaster liegt kein

strand. die gletscher schon

längst geschmolzen. der warme

wind treibt das schiff über den

see. über die straße das reh

gedroschen das korn. an den

nackten füßen brennt der

asphalt. gewitterwolken deuen

herab. himmelsduschen.

Lauer Abend. Lange Nacht.

Kaltes Duschen hilft. Aber auch nur temporär. Franz konnte ja nicht den ganzen Tag duschen. In der Früh ins Freibad ein paar Runden. Am Abend wieder. Dazwischen arbeiten. Duschen. Eis essen. Oder Wassermelone. Ventilatoren mochte Franz nicht. Manchmal ging er dann einkaufen. Stellte sich vors Kühlregal. Hatte keine Eile. Mittags verdiente Ruhe in der schattigen Wohnung. Blos nicht auf den Balkon. Viel Wasser trinken. Erst am Abend größeren Hunger. Beim Griechen Fisch mit Salat. Lauer Abend. Lange Nacht.