verlieren, verloren #2


verlieren, verloren im schnee
das casino um die ecke gebracht
die tritte gegen den geldautomaten


halfen auch nicht weiter, mülleimer
nach pfandflaschen durchsucht
tagein tagaus, gewinnen war nicht


vorgesehen, der straßenbelag
rutschig, schuhe keinen halt, das
abendessen lag in scherben

rote amaryllis #2


rüschenbluse über die ärmel, du spieltest
liszt, als würden regentropfen an die
scheibe, rot deine lippen, das flache land
lag vor dir wie eine hügelige landschaft,
tagträumereien zur nacht


auf dem fenstersims öffnete sich eine
amaryllis in dunklem rot, du wolltest immer
schon nach halifax, der flieger bräuchte keine
sieben stunden, in der früh die kleine
mondsichel, langsam laufen deine finger über
die tasten


tränen am meer, küsse verschlingen,
ganz leise klopfen die tropfen, deine finger
überkreuzen sich, verträumter lauf, keine sieben
stunden, die träume kamen wieder
in der kalten nacht, rot deine lippen

Sommerobst vergangen


Regen prallte ins Gesicht. Blätter fielen. Oder hingen einsam noch am Baum. Kinder nicht auf der Straße. Erwachsene auch kaum. Mitunter ein Hund mit seinem Begleiter. Radfahrer von der Straße verschwunden. Hier und da gelbe Anhäufungen. Mietfahrräder wollte niemand. Die Äpfel waren längst abgeerntet. Mumien hingen noch an den Ästen. Franz ließ sich nicht davon abhalten. Regen war kein Grund. In der Kurven war er langsamer unterwegs. Die ersten Orangen waren zuhause angekommen. Sommerobst vergangen.

schwarze felder #2


von bacherlwarm war keine rede, zwischen regentropfen
trieben schneeflocken den auen entlang, verfingen sich in
deinen haaren, unblauer himmel will uns keine sterne
zeigen, bachs 2. suite in moll liegt auf der seele, ins ohr
flüsterst du ein geheimnis, kalte ohrmuscheln erwärmend
still liegt der see, kein schiff treibt wellen, schwarze felder
säumten den weg, sonnenschirme im winterschlaf, mützen
tief im gesicht, in die glieder zieht die kälte, heiße
schokolade später, keine sterne