die welt kein tor, verloren, nackte
füße im schnee, geschrei der krähen
im ohr, auf der suche nach eisblumen
hast du dir die nase plattgedrückt
straßenbahnen kreischen vor kälte
abgeschlagene tannen warten, die
scherze des april standen in der ecke
rot deine nasenspitze
Autor: orangeblau
verlieren, verloren #2
verlieren, verloren im schnee
das casino um die ecke gebracht
die tritte gegen den geldautomaten
halfen auch nicht weiter, mülleimer
nach pfandflaschen durchsucht
tagein tagaus, gewinnen war nicht
vorgesehen, der straßenbelag
rutschig, schuhe keinen halt, das
abendessen lag in scherben
Ein paar Wörter aus einem Gedicht von mir wurden von #jenny auf Postkarten gedruckt

Frisch gemalt in der Früh

Morgengruss im November

rote amaryllis #2
rüschenbluse über die ärmel, du spieltest
liszt, als würden regentropfen an die
scheibe, rot deine lippen, das flache land
lag vor dir wie eine hügelige landschaft,
tagträumereien zur nacht
auf dem fenstersims öffnete sich eine
amaryllis in dunklem rot, du wolltest immer
schon nach halifax, der flieger bräuchte keine
sieben stunden, in der früh die kleine
mondsichel, langsam laufen deine finger über
die tasten
tränen am meer, küsse verschlingen,
ganz leise klopfen die tropfen, deine finger
überkreuzen sich, verträumter lauf, keine sieben
stunden, die träume kamen wieder
in der kalten nacht, rot deine lippen
Lechauen: der gehende Tag

Kommender Tag

Sommerobst vergangen
Regen prallte ins Gesicht. Blätter fielen. Oder hingen einsam noch am Baum. Kinder nicht auf der Straße. Erwachsene auch kaum. Mitunter ein Hund mit seinem Begleiter. Radfahrer von der Straße verschwunden. Hier und da gelbe Anhäufungen. Mietfahrräder wollte niemand. Die Äpfel waren längst abgeerntet. Mumien hingen noch an den Ästen. Franz ließ sich nicht davon abhalten. Regen war kein Grund. In der Kurven war er langsamer unterwegs. Die ersten Orangen waren zuhause angekommen. Sommerobst vergangen.
Hütten schon voraus
