
Violett färbt die Glyzinie …


an der viel zu langen theke
hockten die verlorenen
gäste, die geschichten der nacht
noch nicht zu ende erzählt
der barkeeper wischt gelangweilt
mit seinem lappen die viel zu
lange theke, schüttet er den
verlorenen gästen nach
die zungen der gäste bemühen
sich um eine klare aussprache vor
der theke, die küche hat schon
lange geschlossen
die schwarze fliege sitzt recht schief
am hals, durch die großen fenster werfen
vereinzelt autos ihr licht, erhellen die
flaschen im regal und die theke
später gehst du heim
die gelben riesen messen schon
zwei Centimeter, rosen starten
ihren duftangriff
vergehen
das zerflossene herz in den
mülleimer gekehrt, schwer
liegt der Flieder in der luft
zwischen
in der buchstabensuppe schwimmen
verse von sappho, zwischen mond
und aphrodite kein entringen
den
der weihrauch der suppe entstiegen, die
erdbeeren vergehen zwischen den lippen
der geliebten, ihr haar liegt in seinen händen
lippen
Der Ginko spannt seine Fächer…

im grase nicht gelegen, die
gänseblümchen zierten fein
das zarte grün. die liebe kam
vorbei.
doch blieb sie nicht. ihr kuss
flüchtig, verflogen. vorbei.
vorbei kam die liebe.
ihr haar wehte im
wind, die lippen süsslich schienen
vorbei kam die liebe
doch der schnee so kalt im april.


wer möchte nicht im sommer
über das land? katzen dösen
in der sonne. der hund hat sich
hinter dem alten traktor versteckt.
wer möchte nicht dem storch
nachschauen, wie er seine
kreise zieht? die frösche
quaken um die wette.
wer läge nicht gern im august
auf der wiese und schaut in der
nacht die sternschnuppen an?
wer riecht nicht gern den
ganzen sommer frisch gekochte
marmelade in der küche?
zwischen den wolken des septembers
sarah, hast du die droste geküsst.

die gartenzwerge hatten auch schon
bessere zeiten gesehen. ihre
schönheit in gefahr. gern wollt ich
über dem feld einen fasan nachjagen.
engelsgleich mit flatternden flügeln.
schönheit in gefahr. später taten die
arme weh. mit dem rad über die
eisenbahnbrücke geprescht.
in gefahr war die schönheit. die
roten lichter des zuges wurden immer
kleiner. den reisenden die besten
wünsche nachgerufen.
in gefahr. das moos von der parkbank
hatte schon lang keiner mehr entfernt.
in nachbars garten kämpft eine
glyzinie gegen den frost der aprilnacht.
auf dem feldweg kommt ein bauer mit
einem milchwagen entgegen. in gefahr.
nebenerwerbsbetrieb. die anderen bauern
im dorf haben längst aufgegeben.
besitzen den bulldog nur noch für
spazierfahrten. in gefahr die
gartenzwerge. vergnügt läuft der
der fasan übers feld.