verlieren, verloren #2



verlieren, verloren, im

schnee, das casino um die

ecke gebracht, die tritte gegen

den geldautomaten halfen

auch nicht weiter, die mülleimer

nach pfandflaschen durchsucht

tagein tagaus, gewinnen war nicht

vorgesehen, der straßenbelag rutschig

schuhe keinen halt, das abendessen

lag in scherben

Das Dorf #2

Das Dorf lag ruhig in der Sonne, verreist die Einwohner

auf der Mauer döste eine schwarze Katze, Schwalben zogen

ihre Kreise über den Kastanienbäumen, der Maibaum schien

noch frisch, Maikäfer brummten aus der Hecke hervor, langsam

schlich ein Bulldog um die Ecke, hatte auch schon bessere Zeiten

gesehen, im Kuhstall war schon lange keine Kuh mehr aus- und

eingegangen, neu angelegt der Gehsteig, das Wirtshaus öffnete nur

noch am Wochenende, am Abend zerstreuten Jungs mit ihren

Rollern die Stille, als wär es das Leben

Die Eckbank #2

Verloren saß die Krähe im Apfelbaum, leer

das Beet zwischen den Schneeresten. Die

müden Hände des Bauern füttern die Hühner.

Der krumme Rücken erzählt von seiner

Arbeit. Der alte Fendt trägt die Rostspuren

seiner Jahre. Keine Sonne durchbricht die

Wolken. Die Kühe im Stall wollen auch noch

gefüttert werden.  Langsam trottet der Hofhund

hinterher. Wenn der Milchwagen kommt, hat er

nicht viel mitzunehmen.  Auf dem Herd steht

eine Fleischbrühe für den Abend. Seine schweren

Schuhe wird er im Flur abstellen.

Er freut sich schon auf die Eckbank.

Vaasa: Pekka #2

Meister geworden war Vaasa schon lange nicht mehr. Zumindest nicht im Fußball. Und bei anderen Sportarten kannte sich Pekka kaum aus. Pekka liebte das Wasser. er liebte die Ostsee. Täglich fuhr er die Fähre von Vaasa nach Umea. Hin und zurück. Rund viereinhalb Stunden dauerte die Fahrt. Je nach Wetter. Entweder fuhr er in der Früh los oder in der Nacht. Die Überfahrt war nicht billig, aber viel schneller als über Land mit dem Auto. So musste sich Pekka um seine Arbeit keine Sorgen machen. Die Fähre wurde oft benutzt. Viele Autos waren meist an Bord. Manchmal fuhr er auch andere Routen. Doch am liebsten nach Schweden. Dies waren angenehme Tage. Im Winter war die Fähre oft leer. Wenn er nach der Arbeit wieder Boden unter den Füßen hatte, aß Pekka gerne Fisch. Oder Suppe. Im Sommer Kesäkeitto. Die mochte er am liebsten. Die hatte seine Großmutter oft gekocht. Seine Großmutter hatte einen Gemüsegarten, in dem alles wuchs, was sie für die Suppe brauchte. Erbsen, Spinat, Möhren, Bohnen, Blumenkohl, Kartoffeln, Radieschen. Und vieles mehr. Pekka hatte seine Großmutter gern gehabt. An ihr Essen konnte er sich gut erinnern. Besonders an die Gemüsesuppe. Die kochte niemand besser. Seine Frau konnte auch gut kochen, doch die Kesäkeitto seiner Großmutter war nicht zu überbieten. Meister geworden war Vaasa schon lange nicht mehr.