
unruhige Landschaft


Der Samowar abgeräumt, gegen die
Kälte tranken wir Wodka, Schneebälle
und Eisklumpen flogen uns um die Ohren
die versteckt unter riesigen Pelzmützen
unser Schlitten hatte Allrad, einfaches
Fabrikat, Schneeglöckchen gibt es keine
der Feuervogel hat längst ausgetanzt, am
Abend Schweinefüße, unter der Schädeldecke
war noch Platz für 100 Gramm
Unberührt die Schreibmaschine
die abgezogenen Häute hingen in der frühen
Sonne, später Federn gerupft, sauber lag
der Hirschfänger auf dem Tisch, die Krähen
im Herbst riefen laut, erschlagen lag die
alte Tanne auf der Wiese, du hüpfst vergnügt
aus der Speisekammer, Nebel längst verzogen
heut gibt´s Rehragout

Die Augen liefen über die schwarze
Brille, die Außenhülle des Hotels
wehrhaft, schräg gegenüber volle Cafés
Sonntagmorgen nach dem Rausch, der Portier
frisch gebügelt, Spiegeleier zur Stärkung
schwarzer Kaffee auf der müden Zunge. Du
lässt tief blicken.
In der Fleischhauerei hingen sie von der
Decke herab. Froh, auf der Landstraße nur
wenige gesehen zu haben. Fronleichnamszug
längst weitergezogen. Schwer liegt nur noch
der Weihrauch auf der Gasse. Über das
Katzenkopfpflaster laufen vergnügte Kinder.
Die Alten, dem Tod noch entkommen, lehnen an
der Fensterbank. Morgen wird der Bauer
frische Ware liefern.


