Auf den Äckern gähnt der Mais ihn
an, versteht nicht mehr den Bauern,
gerad´ noch träumte von den
Hühnern, Schweinen, Kühen,
den Ziegen und den Schafen,
zwischen Kornfeldern und
Rübenacker. Der Nachbar
füttert seine Biogasanlage mit
Inbrunst, auf dem Dach melkt
er die Sonne. Leer steht der
Stall. Zwei ´mal Malle ist
schon drin. Wenn er grillen will,
holt er das Grillgut beim Discounter.
All you can eat.
Le Havre
Das Meer, die Sehnsucht,
der Duft der Fische,
das Salz liegt in der Luft.
Möwen ziehen ihre Bahnen.
Die Sonne bricht sich
durch den Schleier.
Nebel liegt auf dem Wasser.
Das Blau will noch nicht Blau
sein, noch grau, ein paar Schiffe
liegen vor Anker, unscharf, vernebelt,
als Monet in der Früh den Hafen betritt,
Le Havre noch schläft. Nur ein
paar Fischer sind schon unterwegs.
Es ist keine Pfeife
Es ist keine Pfeife, auch wenn es scheint, ceci n’est pas une pipe
und Magritte malt nur eine Pfeife, die aussieht wie eine Pfeife,
aber keine Pfeife ist, nur Bild einer Pfeife, Abbild, Trugbild,
Simulation, nicht Wahrheit, nicht Wahrhaftigkeit, nur eine Pfeife
die scheint eine Pfeife zu sein. Ceci n’est pas une pipe.
Wenn Richter malt das Meer, den Rhein, die Tulpen, als wären
es Fotos, die Gemälde und sind doch nie welche, so ist es nur Schein,
übermalte Wirklichkeit, Simulationen des Realen, lügende Fantasie,
fantasievolle Lügen.
Die Einöde
Wenn öd ist die Lage, Verlassenheit liegt,
der Bauernhof allein auf weiter Flur
kein Nachbarsstreit in Sicht, nach
Wüstenei klingt, Dornbusch und Fasten
so öd, auch finsterer Wald ist öd,
so scheint in der Einöde die Ruhe
zu scheinen, das Om der Kraft
die Fastenei der Kasteiung.
Der Einsiedler könnt suchen so
in der Einöde sein Glück. Mitunter
kommt der Wunsch auf beim Einödbauern
Politiker mögen doch ziehen in solch eine
Wüstenei, ein Exit eben. Ein Zug
in die Einöd´
Der Bärentanz
Der Bärentanz scheint ein besonders
Fest zu sein. Zwar nicht elegant
der Fuß des Bären, die Tatze,
doch vergessen wohl die Bärensprache,
trottet dahin, auf Honigs Spuren
umgehend die Fallen, die gestellten
doch hin und wieder scheint
er springt vergnügt über die Wiesen
nach dem wohligen Mahl,
purzelt, als wär es ein kleines Kind
von hier nach da. Über die Berge.
Der gemeine Affe
In Metropolen gar nicht unbekannt
auch wenn sie heimisch zu nennen
irritiert, sieht man den gemeinen
Affen gern seine Wege ziehen. Am Gang
gut zu erkennen, der Affengang scheint eitel
töricht, die Nase wird oft plattgedrückt
an Scheiben gar, der Abend
kommt teuer als affenteuerlich daher.
In der funkelnden Nacht der Lichter der
Stadt will gezeigt werden der
schönste Gang. Als habe geöffnet der
Zoo seine Türen zum nächtlichen Besuch
stolziert so manch einer fern vom Gehege
herum.
Rosen
Die Rosen überblühen sich
treiben Knosp an Knosp
süßlich liegt ihr Duft
im Garten. Die Schwere der Schönheit
treibt die Zweige zu Boden.
Gedrückt vom Gewitterregen
lassen fallen die weißen, rosafarbenen
und roten Blütenblätter.
Eine Schneelandschaft im Juni liegt
auf dem Beet. Weißrosaroter Sommerschnee.
Erdbeerfeld
Wer gar nicht anders kann,
wer liebt diese Früchte,
der muss jetzt Sammeln gehen,
über die Erdbeerfelder,
zwischen den Reihen,
gebückt, um die schönsten,
die süßesten Früchte
zu erwischen. Nach sonnigen
Tagen, in der Kühle
des Morgens den Korb gefüllt.
Nach Hause in die Küche getragen,
gewaschen, geputzt, in den großen
Topf geschnitten und Marmelade
gekocht. Der Duft himmlisch von f
risch gekochter Erdbeermarmelade,
durchzieht das ganze Haus.
Voller Stolz stehen die Gläser
auf dem Tisch während des Kostens.
Frisches Weißbrot, Butter und
die noch lauwarme Erdbeermarmelade.
Küsse schmecken nie süßer.
Der Fuchs
Der Fuchs, der listige,
voll Angst in der Hose
als traf den Löwen, verriet
seinen Freund,den Esel.
Feige, nicht kämpfend liefert
er seinen Freund dem Löwen aus.
Doch Verrat ist Verrat und
Falschheit nicht gefällt,
in Stücke riss der König der
Tiere den Fuchs. Geschmeckt hat
es wohl dem Löwen.
Der Esel
Der Esel ist natürlich ein
besonders schlaues Wesen.
Nach getaner Arbeit hungrig,
nicht leicht satt zu bekommen.
Und manchmal lebt er sogar
friedlich mit einem Fuchs zusammen.
Doch als traf der Fuchs den Löwen
und bangte um sein Leben,
verraten hat der Fuchs,
verraten den Esel, dem Löwen
zum Fraß vorgeworfen. Genützt
hat es dem Fuchs nichts,
wer liebt schon Verräter.