Schlagwort: Brot

Eisheilige

Die Heiligen können kalt sein im Mai, ich hätte Handschuhe anziehen sollen auf dem Rad, die Bäcker in der Stadt sind meist nur noch Großbäckerfabriken, nur selten findet sich noch eine Bäckerei, in der Menschen Brot herstellen für Menschen, doch es gibt sie noch, diese Handwerker, die mit ihren Händen Brot kneten, Oberarme wie andere Oberschenkel vom Tageswerk, der Flieder umschwirrt auch in der Maikälte die Nase, schwere Süße, kein Duft für ein Parfüm, kein Duft, hätte auch am Abend Handschuhe anziehen sollen, Pfingstkälte, Eisheiligen ihr, dabei heut doch schon vorbei eigentlich, schon der 16. Ist, gibt es neue Eisheilige? Rosen warten noch auf ihren Auftritt, Blüten wollen balde kommen, in der Ferne rauscht der Zug, die Vögel schlafen längst

Das Butterbrot

Schon Goethe gab es seinem Werther, ein Butterbrot. Einfach, schlicht, fast karg. Oder aber das höchste Glück. Eine frische Butter, auf der Alm mit Hand gemacht, durchaus dick auf ein kräftiges, frisches Brot, ob Roggen oder Dinkel, gestrichen. Möglicherweise nach einer Wanderung oder nach des Tages  Last, als Abendbrot. Vollkommen unterschätzt. Ohne Käse, Schinken sonstiges. Eine Kleinigkeit, ein bescheidenes Essen. Und doch, welch Freude, welch Genuss. Für Werther, für den Wanderer, für den, der einfach am Ende des Tages Hunger hat.