Blau

Für die einen ist Blau eine Farbe. Für die anderen ein Zustand. Oder aber eine Nichttätigkeit. Der Lyriker sieht in Blau die Farbe der Blume und der Sehnsucht, der Fischer fährt aufs blaue Meer hinaus. Der Künstler malt Leinwände blau, der Pilot fliegt in den blauen Horizont. Der Blaumann ist schwer aus der Mode gekommen, blaue Hosen mehr denn je en vogue. Doch wer läge nicht gern unter einem blauen Himmel auf der Wiese und hörte den Vögeln zu? Mit blauer Tinte wurde so mancher Brief verfasst, manche Unterschrift geleistet. Doch Andersch ruft zur Empörung auf: Hilfe macht was, der Himmel ist blau! Welch Unverschämtheit! Die anderen ritten nur auf einem blauen Pferd. Oder spielen auf einem blauen Klavier. Komm, fahren wir ins Blaue!

Der Zorn

Der Zorn kann kommen wie der Blitz vom Himmel. Aufgeladen wie Gewitterwolken. In der Hitze der Nacht. So kann das Volk den Zorn packen über einen Herrschenden und in hinwegfegen. Denk ich da an Erdogan? Doch auch der Zorn Gottes kann furchtbar sein und unsägliche Plagen senden. Manchmal wünscht man sich gar den Zorn Gottes herbei, dass er strafen möge jene Missetat. Zorn erscheint oft ungerecht, die Wut, die einen packt, ein lächerlicher emotionaler Akt. Doch Grollen und Grimmen noch zu mild erscheint, der gerechte Zorn einen packt und aufbegehrt gegen das Unrecht. Reinigt das Gewitter die Luft, sorgt der gerechte Zorn für Empörung. Empört euch!  Indignez-vous! Der Himmel ist blau!