In der Amalienstraße. Gewesen. Wohnten dort, die Bücher, standen, lagen, saßen. Auf Tischen, in Regalen, die ganze Welt als Buch. Butler, Derrida, Barthes, Deleuze. Nahrung, Futter. Die Philosophen, die Künstler, die Literaten. Lesungen, Vorträge, Cappuccino. Es gab die Bücher, die man nicht kannte, aber wollte und brauchte. Kam vorbei, der Uwe Timm und spielte Tennis mit dem Geschäftsführer, ganz ohne Currywurst, Rainald Goetz fragte nach seinem Buch, schon 30 Stück vom neuen Eco verkauft, Bücher von Taschen lagen neben Francis Bacon, kein Ohrensessel weit und breit, vorbei kamen die Germanisten, Philosophen, Kunsthistoriker, Studenten, Professoren, Bücherwürmer, Bücherverschlinger. Auf den Tüten, in den eingepackt wurden, die Bücher, ein Krokodil verschlang einen Leser am Strand. Auch gab es Krimis, Reiseführer. Der Ort verflogen, schon seit Jahren unbekannt verzogen. Bücherleser heimatlos. Die Merve-Bändchen lagen neben Fink und Suhrkamp, die „Reise nach Petuschki“ flirtete mit „Auslöschung. Ein Zerfall“. Mayöckers Gedichte kämpften mit Jorge Luis Borges Büchern um Zuneigung. Am Ende fraß wohl das Krokodil nicht nur den Leser am Strand, fraß wohl die ganze Buchhandlung. Bücherwohnzimmer, verschwunden.
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