Im Herbst geht der Schriftsteller auf Jagd. Großwildjagd. Keine Hasen oder so ein Gedöns. Hirsch, Reh, zur Not auch Gams. Nachts auf der Lauer liegend. Spüren, wie die Kälte in die Füße dringt. Die Handschuhe nur wenig gegen den Frost schützen. Zum Glück keine Nässe. Das Fernglas überwacht die Wiesen vor den Wäldern. Klapprig ist der Hochstand und wenig geschützt gegen den eisigen Wind. Hilft nichts. Für einen stattlichen Hirschen muss man Opfer bringen. Bald kommt die Morgendämmerung. Es wird langsam Zeit. Jetzt sollte aber wirklich. Da. Ein leises Knacksen. Aus der Böschung. Noch im Gestrüpp. Was für ein Geweih. Jetzt blos keinen Fehler machen. Langsam das Gewehr anlegen. Schon fallen dem Schriftsteller die Worte ein. Der Roman wird großartig werden. Ganz bestimmt. Der Verleger wird ihn aus den Händen reißen. Ein kapitaler Hirsch.
Hirsch
Wildschweine links liegen gelassen
Möglicherweise verspätet sich der Autor, verliert er sich im Wald. Auf der Spur der Wörter den Hirschen begegnet, ganz still geworden, herangepirscht, Witterung aufgenommen, Handkes Glück. Einen Fuchs gesehen, zum Glück kam der Jäger nicht in die Quere. Verspätungen werden bei einem deutschen Autor nur ungern gesehen. Pilze gejagt. Steinpilze mit Hirschgulasch oder Rehragout. Preiselbeeren selber gefunden, der Autor ist glücklich mit seiner Beute. Auch ohne Wörter geht er zufrieden heim. Wildschweine links liegengelassen.