Schlagwort: Hund

Im Advent

Der Mond wird nicht angesungen in der Nacht. Macht kein ernst zu nehmender Mensch. Höchstens die Katzen, oder der Hund, weil er sich zu seinen Vorfahren sehnt. Nachts, wenn schlecht geträumt, heult er los wie ein Wolf, als würde der Mond scheinen und er ihn ansingen. Die Instrument werden im Advent häufig rausgeholt. Der Cellokasten wird auch immer schwerer. Die Musik im Radio ist hirnzerreißend. In den Geschäften träumen die Verkäufer von weißer Weihnacht. Auch der Weihnachtsmann, der hier und da zwischen den Tischen herumspringt. Der Nikolaus ist nicht zu sehen, dabei wird es langsam Zeit. Die Kinder waren doch schließlich brav. Wird wohl seine Stiefel noch putzen müssen. Schnell noch den Teller rausstellen, oder den Stiefel. Er wird schon was bringen. Wäre doch gelacht.

Giacomettis Hund

Die Nase schnüffelnd auf die Erde gerichtet, doch die Erde ist keine Erde, abgemagert bis auf die Knochen schleicht herum, nicht bellend, nicht Angst einjagend, nicht imponierend, abgelegt jedes Macho-Gehabe, unbrauchbar für die Jagd, unbrauchbar zu hüten die Schaf, unbrauchbar zu bewachen den Hof, auch er, der Katze gleich, bringt nicht heraus den Ton, den es bräucht als Musikant. So schleicht er sich davon. Traurig sein Blick.

 

Hund, Giacometti, 1951