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Düsseldorf HBF

Ein Bahnhof teilt Welten. Die Einen steigen in den ICE ein und fahren zum Flughafen. Andere von der Nachtschicht mit der S-Bahn nach Hause. Manche steigen gar nicht ein und winken den Abreisenden hinterher. Doch einige sind nur da, weil es was gibt. Suchen im Müll nach Pfandflaschen oder Lebensmittel, suchen den Boden ab nach Rauchware. Maria wartet auf ihren Zug nach München. Eine Reisende, vielleicht in Urlaubslaune, gibt einem Suchenden Kleingeld. Erleichtert und froh geht sie zu ihrer Reisegruppe. Vielleicht Frankfurt-Flughafen. Der Beschenkte geht weiter seiner Tätigkeit nach, durchwühlt den Müll, nachdem er das Geld eingesteckt hat. Sein Gang zeugt nicht von Gesundheit. Sein Alter kann Maria schwer schätzen. Wer mit dem ICE reist, ist privilegiert. Auf ihrem Bahnsteig stehen bessere gekleidete Fahrgäste. Manche wollen in die weite Welt fliegen. Heim nach Tokio, endlich mal New York, Zumindest Mallorca ist drin. Andere haben einen Junggesellenabschied geplant. Größere Vorräte weisen das Ziel. Maria hatte Freunde besucht, Bilder angeschaut. Kein Flug in die Ferne. In einigen Tagen würde sie nach Florenz fahren. Zur Familie. Aber erst heim nach München. Sie musste nicht vom Müll leben.

In der U-Bahn

Abendgedränge. Längst sind die Sitzplätze besetzt. Die Studenten müde der Professoren. Noch schnell muss die Mutter mit ihren Kindern vom Hort zum Einkaufen. Nächster Halt Odeonsplatz. Die Stehplätze werden knapp, Geschiebe, Körper an Körper. Wer kein Handy in der Hand hat, muss Rentner sein. Oder Kind. Hier und da, fast verloren, Menschen, die miteinander reden. Verschiedene Sprachen dringen ans Ohr. Porschefahrer nicht anwesend. Marienplatz. Die U-Bahn spuckt die Fahrgäste aus. Schnell zur S-Bahn. Rauf in die Fußgängerzone. Noch schnell etwas erledigen. In dem Bauch der Stadt ein Gewimmel. Vorbei geht ein Passant, zieht in einem Holzwagen ein Gans hinter sich her. Als hätte er sich verirrt. Doch dies ist nur scheinbar.