Unser Mann im Mittelalter

Umberto Eco ist verstorben

Er war klug, schlau, weise, ein Intellektueller, ein linker Bartträger, ein Professor und er schrieb Romane, die gebildet waren. Bildungsbürgerromane von einem Bildungsbürger.

Und hat uns entführt. Ins Mittelalter. Klar, wenn man Lektor wäre, hätte man den „Name der Rose“ nie abgelehnt. Klar, logisch. Wenn man ihn den gelesen hätte. Aber der Suhrkamp-Verlag tat dies. Das SZ-Magazine hat es gerade erst wieder festgestellt. Abgelehnt. Wohl nicht gelesen. Und vorher genug Defizite eingefahren mit der Professoren-Prosa. Klar, mit wissenschaftlichen Büchern lässt sich eben kein Geld verdienen. In der Regel. Und dann schrieb Umberto Eco diesen Roman und schaffte damit einen BESTSELLER. Klug geschrieben und trotzdem ein Bestseller. Klar, hätte man selber nie abgelehnt. Der Mann, der leidenschaftlich gerne in Antiquariaten herumirrte und stöberte, entführte uns in ein mittelalterliches Kloster und nahm uns gefangen. Und die Studenten irrten hinterher um die Spuren des Romans zu durchforsten…