Ein Bett, ein Waschtisch, zwei Stühle, mehr nicht, mehr brauchte nicht, van Gogh nicht. Einen Schrank vielleicht noch für dies und das. Ein paar Bilder an der Wand. Künstlerzimmer eben. Mehr braucht man nicht. Der Boden aus Holz, Dielen, grobes Pakett, kein Teppich nicht, kein Teppich, im gelben Haus in Arles, einfach das Zimmer und karg, als wärs eine Klosterzelle fast. In wunderbaren Farben, froh und warm. Zitronengelb, Mohnrot, Himmelblau, Orange. Doch malte van Gogh das Zimmer schräg fast, schräg, als würde wanken der Boden, wanken, die Bilder schief, hängen schief an der Wand, als begänne der Wahnsinn zu kriechen, als begänne der Wahnsinn. So ist es nicht das Paradiese, das Zimmer im gelben Haus in Arles, kein Ort der Stille nicht. Wollt Ruhe ausdrücken der Maler, wollt Ruhe ausdrücken, doch Unruhe schlich sich ein, schlich.
Vincent van Gogh, Das Zimmer von van Gogh in Arles, 1889
😉
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Es ist immer noch so, im stillen Hinterzimmer der Kunstschaffenden – irgendwo auf der Welt – überall eben, karg und still, naja – schnauf.
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still und karg und kreativ…
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Ja.
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die reichen Künstler werden zum Fürsten und sind schnell unsympathisch
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Van Gogh war ja ebenso ein Urban Prisoner (bevor es nach Arles ging) – wie James Joyce, der seine Wohnung im Triester Exil ausschließlich mit 2 Stühlen möblierte: Einen für die Schreibmaschine und einen für den Schreiber.
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ja so bescheiden… aber da hätte ich doch gern drei Stühle, für falls doch mal Besuch kommt…
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Natürlich war noch ein dritter da: Für Italo Svevo.
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drei Stühle reichen, nur Not ja noch der Fußboden…
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Buona Domenica ❤
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ti auguro una bella giornata
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Eine Kemenate reicht – sag ich doch!
Dass er so schräg wurde, lag aber sicher nicht an der Behausung.
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Nö, das Zimmer ist unschuldig:)
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