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Sokrates

Das mit dem Becher ist eine lästige
Sache, die er sich nicht durch Flucht entziehen.
Andere würden in die Ferne fliehen,
Fragen hat er noch zu klären wichtige.

Der Marktplatz war sein Leben, wo die Menschen
waren, des Sprechens wurde er nicht müde,
er liebte der Zuhörer große Runde.
Sein Denken kannte dann fast keine Grenzen.

Tief eingeschrieben in sein Dasein ist das
Nichtwissen, den Schüler gibt er stets gerne,
lässt andere flink greifen nach die Sterne.

Die Jugend verderben? Leer das dunkle Glas
der Vorwürfe. Gottlosigkeit? Zu lassen
die Philosophie? Das konnte nicht passen.

Erinnerungen

Die Tränen des Petrarcas längst berührt dein
Herz, laufen zart über die warmen Wangen.
Den Berg nicht bestiegen, düstre Ahnungen
Laufen schnell singend über den wilden Rhein.

Im Frühling erschallen der Vögel Lieder
der Liebe, Avignon liegt in der Hitze.
Von Ferne grüßt dich die hohe Bergspitze,
die Erinnerung kriecht flink in die Glieder.

Den Mont Ventoux hast du zügig bestiegen.
Die Gedanken bei Laura, Sonnenstrahlen
erhellen dein Gemüt, vertreiben Qualen.

Deine Seele könnte geschwind losfliegen
über Lavendelfelder, raue Winde
stürmten, im Krieg starben die alten Freunde.

Gang der Wellen

Vom Wind des warmen Meeres umspült liefen
wir die rauen Felsen der Küste entlang.
Von den schneeweißen Bergen heller Gesang,
die Geister des Waldes hast angerufen.

Der Abendkühle Genuss drang in die Haut.
Die grelle Sonne verlor sich im tiefen
Wasser. Hohe Meereswellen rasch treffen
die Bucht, Geschrei der Möwen über uns laut.

Götterspeisen landen auf dem blauen Tisch,
zufrieden kamen die alten Fischer heim.
Die Fischadler tranken keinen kühlen Wein.

Rauer Wellengang den dunklen Mond verwischt,
klappernde Fenster raubten den festen Schlaf,
kein Sternenlicht in der Nacht die Augen traf.