Kategorie: Allgemein

Melancholie

Und Nacht und Tag verfliegen im flinken Flug der Zeit.
Rasch verlassen die letzten Züge die verdorrte
Stadt. Der tiefe Schmerz der Sehnsucht sich verlängerte,
Tränen laufen reich, vergangen längst die Heiterkeit.

Fahl das Licht des Mondes, die Bäume kahl im rauen
Wind. Der Zugführer pfeift zur Abfahrt, schnell springen die
letzten Liebenden in den Waggon. Und irgendwie
springt das Herz entzwei. Wir können uns nicht anschauen.

Totengeister hüpften durch die Nacht, tranken, tanzten,
leer blieben die Betten, trotz Kälte, viele Stunden.
Alte Götter wir in den kalten Keller bannten.

Schwarze Galle spucktest du schwermütig an die Wand,
schnell hast den wirren Alptraum an das Rad gebunden.
Die Nacht ist aus, frischer Morgenwind weht über´s Land.

Ödnis

Den öden Wüsten der dunklen Meere entkommen,
durch deine müden Glieder schießt rasch die Einsamkeit.
Kreischende Möwen um dein Haupt ziehen jederzeit,
den Kampf um das Abendessen sie längst gewonnen.

Entkommen die Gebeine der finstren Hölle nicht.
Verlassen haben die Rehe längst den alten Wald.
Holzplanken des bunten Schiffes sind wild bemoost bald.
Vorbei die Sonn`, die blutleere Nacht den Tage bricht.

Verlorene Gedanken tauchen am Horizont
auf, dein Haar erleuchtet im frühen Morgenlicht blond.
Hohe Wellen klagen gegen die rauen Felsen.

Langsam hüpft die Hoffnung über das harte Parkett
Lautes Lachen springt laut über die Wellen perfekt,
geschwinde die Gedanken in die Ferne sausen.