Kategorie: Allgemein

Leere

Unaufhörlich hämmert der Specht
treibt seine Löcher fort und fort
des Baumes Liebe ist ihm kein Fremdwort
bevor der Nachbar immer weiter zecht

Die Schreie des Kuckucks sind kein Gesang
Verflogen deine Küssen nach Mitternacht
gekommen ist nur die zerrissene Zwietracht
rasch verlieren sich deine Schritte im Hausgang

Leise atmet der Bergsee frische Luft
deine Liebesschwüre sind längst verpufft
still läuten die Narzissen ihr Lied

Kalte Einsamkeit schleicht sich geschwind
in die Glieder, über die Dächer der Ostwind
pfeift ein raues Ade zum Abschied

Nirgends

Was heißt schon Abschied nehmen
Nicht weit fliegt die Wildgans mehr
Die Kälte der Nacht folgenschwer
Kein Nachtzug fährt nach Jemen

Ein Winken schon nicht mehr zu sehen
Traurige Blüten erzählen nicht mehr
Zerrissen kommen die Worte daher
Längst überflogen die blauen Chausseen

Windige Lüfte umgaben deine kalten Lippen
Des Frühlings Herbststurm wild umtost
Der Liebe Gerümpel nur noch wegzukippen

Über die Hügel hallt des Vogels Geschrei
Kein Ort nicht spendet dir den Trost
Ortlos verloren ganz ohne Bohei

Apfelbaumblüte

Apfelbaumblüte

Der knochrige Apfelbaum an der Hauswand blühte
noch zart die kleinen grünen Blätter in den Mai
hereinragen, auf der Holzbank liegt nebenbei
dein Glück, bevor es im lauten Regen verglühte

Von des Wetter Laune tief Ins Gesicht geschlagen
liegen die Falten des Lebens dir zur Zierde
Noch nicht aufgehört hat deine unstillbare Neugierde
über dein Essen wird sich der Enkel nicht beklagen

Länger nicht mehr besucht die Maiandacht in der Kirche
Nicht mehr tragen die Knie deinen Leib so weit
An der Wand in der Stube hängen die erlegten Hirsche

Deinen Gustav hast du längst zu Grabe getragen
Beim Gedanken an den Enkel überkommt dich Heiterkeit
Als könntest fliegen laufen deine Füße an diesen Maitagen

Huflattich

Durch die nebelverhangenden Wiese
Erläuft geschwind die Kuh den Huflattich
Träume hieltest du da noch für möglich
Die wilden Küsse er doch abwiese

Erloschen längst nach Mitternacht
Dein Glück vom irden Paradiese
Kalt nur noch das Herz und miese
Längst die Zweifel hervorgebracht

Die nächsten Tage vertrieben die Sorgen
Die Margeriten erstrahlten im zarten Weiß
Bauers Glück der erhöhte Milchpreis

Liebe war nicht für dich zu borgen
Triebst mit Lachen in den Stall das Vieh
Allein schautest in die ferne Sternengalaxie

Margeriten

Über dem Dorf lag heller Nachtschatten 

Eifrig die Gefleckten zur Wiese laufen

Müde hingen auf alten Strohmatten

Harte Körner pickte der Hühnerhaufen





Fallende Sterne fegst du mit dem Besen

Mit Hand rührst du später Milch zu Butter 

Nachrichten aus der Heimatzeitung gelesen

Die graue Hofkatze macht auf gute Mutter





Als könnten wir in diesem Sommer hoffen 

Feuerroter Himmel, erst später dunkelt

Als hätten die Sternschnuppen dich getroffen

In der Nacht, dann er funkelt





Du machts keinen Lärm um das große Gewese

Als wären Kinder wir hüpfen 

Platz für Obstler befindet sich in der Schädelhöhle

Um den See, Blumenbänder knüpfen





Die warmen Nächte konnten nur Glück bedeuten

Am Ende des Sommers wolltest du schreiben 

Die Metamorphose gelingt nur durch häuten

Niemand wollte im Buchbaumgarten bleiben





Zurück kommt das Milchvieh über den Kamm

In diesem langen Sommer der Schlaf gefehlt 

Vorbei an der Mutterkuh das Kälblein schlang

Küsse haben von der Liebe erzählt