Schien dem Novalis die Blume blau, ach blau die Blume wie dem anderen nur das Meer, so hat die Else aus Wuppertal, Klavier, ein blaues Klavier. Doch fort war sie längst, doch fort von der Wupper, geflohen aus Deutschland in die Schweiz. Bevor sie ging, bevor, nach Israel ging, die deutsche Jüdin, sie liebte ihr blaues Klavier. Doch spielen, spielen konnt sie nicht, auf diesem geliebten Klavier. Gestorben längst, gestorben, der Blaue Reiter. Die Noten für das blaue Klavier, sie waren verloren, verloren, sie konnt nicht spielen das blaue Klavier, sie konnt nicht spielen und sehnt sich doch und sehnt sich, nach den Tönen. Die Zeiten, die Zeiten, die waren nicht so, längst tot der Blaue Reiter, die braunen Herren aufmarschiert, so tanzten die Ratten auf dem Klavier, nicht mehr die goldenen Sterne. Nur spielen wollt, nur spielen, die Else auf ihrem Klavier, doch durfte nicht, doch durfte nicht, auf ihrem Klavier.
Else Lasker-Schüler, Mein blaues Klavier, 1937
Geh’m se der Frau am Klavier noch’n Bier, noch’n Bier…
Der Prinz von Theben hat’s vielleicht gerne genommen, das Bier.
(Sorry, für diesen Infantilismus – musste einfach sein)
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ach, nur ernst sollte man ja die Literatur und das Leben nicht nehmen…
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Was sich da Geschichte im Text tummelt, nicht ohne!
Beste Grüße,
Silbia
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so haben manche Generationen viel erleben müssen…
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