Aus der Mode, doch wunderbar
und angesagt. Über die Berge
in den Süden, das süße
Leben geniessen, das entspannte
Nichtstun, zwischen Oliven,
Zypressen, Oleander den Rosmarin
pflücken, Feigen vom
Baum essen und die Beine
ausstrecken. Hin und
wieder ins Wasser springen,
den Eidechsen beim Sonnen
zusehen und in der Bar
einen Kaffee trinken.
Monat: August 2016
Das Ende des Atelier du Bureau — Bureau du Grand Mot
Zwei Jahre lang haben wir das Förderatelier des Salzburger Kunstverein im Künstlerhaus okkupiert, Projekte verwirklicht, geprobt, geschaffen, gesprochen, getrunken und gefeiert. Nun werden wir Ende des Monats das Nest verlassen und unseren KollegInnen von Franziska Platz machen. Nicht aber ohne einen Blick zurück zu werfen, auf einige der Höhepunkte aus zwei glorreichen Jahren Atelier du Bureau… 30. […]
Vergangen, vertrieben
Vergangen, vertrieben, meilenweit verschoben alle SpätsommerderHerbstkommtbalddepressionen. Die Sonne drückt die Wolken weg, November noch Jahrhunderte entfernt. Wir springen in den See und schwimmen dem Herbst davon.
Einen Apfelbaum pflanzen
Sagt die Regierung uns jetzt auch, wann wir einen Apfelbaum pflanzen sollten? Wenn schon Vorsorge, dann richtig. Und nur keine Panik. Vielleicht ist es ja schon an der Zeit? Was weiß die Regierung? Wir sollten uns sicher alle große Sorgen machen. Wer war noch mal der Feind? Der Russe? Der IS? Ich blick da nicht mehr durch. Geh gleich in die Baumschule. Einen Apfelbaum mehr kann nicht schaden.
Die Gedanken
Die Gedanken sind
manchmal schneller als
Usain Bolt für 100 Meter
braucht. Mitunter
brauchen sie aber länger
als der langsamste
Marathonläufer. Alle
amateurhafte Versuche
des Dopings haben nicht
geholfen. Manchmal
sprühen die Gedankenblitze
in sekundenschnell, ein
andermal scheint das Gehirn
im Tiefschlaf zu stecken.
Da hilft nur Tee trinken.
Über unsere Köpfe hinweg
Zwischen den kleinen Bären
und dem großen Wagen
leuchtet der
spätsommernachtsdunkelblauer
Himmel, vorbei die
Glühwürmcheninvasion,
die Sternschnuppen müssen
gefangen werden, hin
und wieder fliegen
die Fledermäuse über
unsere Köpfe hinweg,
mühsam fliegen die
Wörter hinterher
Berlin / Kambodscha
Hipsterstadt, Berlin,
Stadt der Döner, Currywurst,
Backpacker ohne
Ende, du verlässt die
Stadt der Hartz IV – Empfänger.
Das Land der Khymer,
fern der Morgenröte
Schlange gegrillt, Spinnen
paniert anstatt Big Mac
und Farlaffel.
Kambodscha, das
Wasser aus der Leitung
ist dir nicht zum Trinken
empfohlen worden. Reis am
Morgen, am Mittag
am Abend. Dank
der früheren Kolonialherren
soll es hier und da noch Weißbrot
geben. Die Sprache der Khymer,
zwischen den Nähmaschinen
wirst du, Spule um Spule
lernen, manches klänge
bayrisch,du sagst,
„jam“ wäre „Essen“.
Aleppo vergessen
Aleppo vergessen
den Krieg, die Bilder,
weggeschoben das Grauen,
komplex der Konflikt,
die Götter besiegen sich
in den Wettkämpfen, da
bleibt keine Zeit für Beschuss,
Bombenangriffe, einstürzende
Behausungen. Dauert eh schon
viel zu lange, der Plot müsste
gewaltig gekürzt werden.
Die Welt zu Gast in Brasilien,
zu Gast die Welt in Syrien.
In den Werbepausen
Werbung für alkoholfreies Bier.
Hula-Hoop-Reifen umkreisen
die Welt. Der Staub des
Bombardements klebt
auf unserer Haut, zwischen
Feierabendbier und Chipstüte.
Den Spatzen
Den Spatzen den
Samen zum Fraß vorgeworfen
die Lücken zu schließen
auf der Wiese, die Löcher,
die die Wühlmaus hineingebohrt hat
auf dem Weg aus dem Bau.
Ein köstliches Abendmahl
für die hungrigen Vögel, herbeigeflogen
sie kommen aus der Hecke, zwischen
den Brombeeren und dem Hollerbusch.
Schon reifen die einen, der Holunder
noch grün. Die Spatzen werden
bald schlafen gehen.
Am Meer die Wellen
Die Plastikflaschen, als wäre ein Meer
so tanzten sie in der Tasche vor
dem Discounter, auf den Wellen
in den Automaten zur weiteren
Verarbeitung, der Einkaufswagen
voller Plastikwellen, als schwämmen
sie schon im Meer vor Genua
oder an der Atlantikküste.
Später, an der Kasse, gefüllt
wieder der Wagen mit neuen
Flaschen, Nachschub für den
Durst daheim. Am Meer die
Wellen tanzen.
