Der Fluss warfen seine Wellen voraus. Tosend schlugen sie gegen das Wehr. Surfen waren längst von ihren Brettern gefallen. Der Himmel streute kräftige Schauern bei. Die Radfahrer ähnelten Fledermäuse. Franz liebte keine Umhänge. Seine Hose durchnässt. Der Heimweg gleich einem längeren Aufenthalt in der Dusche. Daheim würde er wohl ein zweites Mal duschen. Noch pflügte er sich durch die Wassermassen. Gewitterschauern waren dem Franz eine Freude. Naturgewalten in der Großstadt. Nur die Bremsen schwächelten ein wenig bei den Wasserfluten.
Autor: orangeblau
kein leuchten in der nacht
kühle wolken ziehen am firmament das korn flachgedrückt vom gewitterwind when the night has come, die hand fährt über den rücken, die mücken wollen nicht schlafen, the land is dark sterne nicht gesehen, die erde schwer vom regen, stand by me, der mond verhüllt kein leuchten in der nacht die küsse wollen nicht enden, wenn wir fallen, halten wir uns umschlungen der wind erzählt vom hohen norden unter der decke gänsehaut
Die Irrfahrten mussten warten #2
Am Meer das Salz von den
Lippen geküsst sacht plätscherte
die Gischt an den Strand wir
liefen über den Sand, durch´s
Haar fuhr der Wind, die Postkarten
hatten wenig Text, für Fotos keine
Zeit, in der Früh schwarzen Kaffee
der Sommer schien lang, Homer
wurde nur selten herausgeholt,
die Irrfahrten mussten warten, der
Gesang der Sirenen, so schön
war er, die Insel nicht weit
Vanilleeis
Der kühle Sommersonntag kam Franz gerade recht. Ein paar Züge durch die Stadt geradelt, ein Eis bei Luigi geholt, keine Experimente, Vanilleeis. Entspannt ein paar Runden gedreht. Später noch seine Lektüre vorangetrieben. Ruhe am See genossen. Am Abend Kino. Kam ihm gerade recht.
Der leere Korb
Zwischen den Sauerkirschen, du trugst
sie in einem kleinen Korb, ins Delirium
gefallen vor lauter Sehnsucht, das
Gedächtnis erinnerte sich nicht
mehr an die letzte Strauss-Overtüre
die Zähne bissen fest zu, stolz
trugst du den leeren Korb heim
schnell verfolg der Sommer
Wahlkampf
Franz war sich nicht sicher. War eigentlich schon Wahlkampf? Oder kommt der noch? Wo findet der eigentlich statt? Und wer kämpft da gegen wen? War da was? Bald waren doch Bundestagswahlen. Da war sich Franz sicher. Aber irgendwie alles lau. Kein Kampf nirgends. Vielleicht sollten die Wahlen ja diesmal ohne Wahlkampf stattfinden? Oder lag das am Sommer? War denen zu heiß? Angeblich war Schulz neulich in München. Bei einer Autofirma. Aber ist das Wahlkampf? Ging alles spurlos vorüber. War wohl Sommerdepression. Alle waren Ferienreif. Urlaubsreif. Bloß keine Anstrengungen. Vielleicht sollte Franz ja schon einmal seine Briefwahlunterlagen beantragen. Dann wäre das mit dem Wählen erledigt. Franz wählte gerne. Versäumte keine. Aber irgendwie ging Spannung anders. Nach dem Lesen der Zeitung schrieb er noch ein paar Worte. Dann noch schnell zum Einkaufen.
die kunst des essens
passagen, passanten, im vorbeigehen,
en passant, als gäbe es nichts zu
verlieren, durch die trostlosen vorstädte
gedankenverlorene einkaufparadiese
fluchten durch die stadt, flanierenden
durch die großen städte des südens
schattenspendendes glück, schnell in die
bar, das sein ist an der theke erträglicher
die kunst des essens wird schon in der
früh diskutiert, der herbstwind pfeift den
regen in die ecken, benjamins paris
längst verloren
Heimspiel
Freunde von Franz hatten Karten besorgt. Heimspiel der Löwen. Das erste im Grünwalder Stadion. Wenig Sitzplätze, wenig Karten. Nicht mehr in der Arena. 4. Liga. Franz war ja kein 60iger. Aber wird bestimmt ein netter Abend. Endlich wieder was los in Giesing. Neue Stadien waren ja immer außerhalb der Stadt. Aber in der Stadt war es viel angenehmer. Konnte zu Fuß hingehen. Oder mit dem Rad. Nur ein Sprung. Und das Gewinnen fällt ihnen in der 4. Liga bestimmt nicht so schwer. Wenn der Investor endlich gehen würde, würde Franz vielleicht noch zum Löwen-Fan werden.
Haus der Kunst
Abends, manchmal auch gerne im Sommer, schlenderte Franz gern durch das Haus der Kunst. 80 Jahre alt. Ein unsäglicher Ort. Eine nicht zu ertragene Ästhetik. Und doch immer wieder spannende Ausstellungen. Immer eingeschrieben gegen den Nazi-Wahn. Danach noch in die Bar. Die Leute dort gefielen ihm nicht immer, Doch die Terrasse war wunderbar. Die Getränke gut gekühlt. Der Englische Garten vor der Nase. Das Plätschern des Eisbaches kämpfte gegen den Stadtlärm. Sonderbarer Ort. Seltsame Umbaupläne. Das Grün der Bäume stand dem Haus ganz gut. Hitlers Reden verhallt. Hakenkreuzfahnen hängen keine mehr. Der richtige Umgang mit dem Ort? Monströs, dass Hitler dort gewesen ist, sich Kunst ansah. Und doch schlenderte Franz durch das Haus. Kühl die Räume. Fern der Hektik der Großstadt.
mit schwarzen füßen
auf der suche nach dem sommer
dem phlox nachgerannt. in den
entfernten spuren des gehirns in
großvaters garten gefunden. endlos
lang schien er. fern die pflichten.
zwischen den beerensträuchern und
den obstbäumen blumenrabatten.
in weiß, blau, rosa. brause aus der
hand geschleckt, nachbars hund
nachgebellt, auf der wiese boccia
gespielt, mit schwarzen füßen
kirschen in der küche gegessen