Der Hirbel hat´s nicht leicht…

Der Hirbel hat´s nicht leicht und doch, flink wie ein Hase, um die Ecke, hier und da einen Hacken schlagen… Zwischen den Schafen das große Glück. Der Hirbel hat´s nicht leicht…

Sonnenblumenfelder

Die Sonnenblumen fangen an. Konkurrieren mit dem Mais. Feld an Feld. Keine Frage, wer schöner ist. Franz mochte den Mais nicht besonders. Mal auf dem Grill. Dann war es aber schon gut. Auf den Felder viel lieber Sonnenblumen. Brachten auch einen Haufen Biomasse. Und vor allem ein strahlendes Gelb. Niemand brauchte die Maisfelder. So viel Mais aß doch kein Mensch. Nicht einmal in Amerika. Auch Maislabyrinthe werden überschätzt. Kein Faden da verloren.

auf dem rücken der pferde kein glück gesucht

des jasmins süße geflohen. auf

den rücken der pferde kein

glück gesucht, mit nassen

kleidern das gewitter ausgelacht

 

auf den rädern sind wir durch die

größten pfützen geradelt, schuhe

hatten wir längst über bord

geworfen, die segeln immer im

 

wind, bei der ankunft haben

die kleider vom leib gerissen

die rinnsale verrieten unseren

 

weg, umschlungen lagen wir

später, des lachens müde, auf

dem ausgerollten blumenmeer

Kühles Wasser suchen

In die Berge. Der Schwüle davon. Kühles Wasser suchen. Raus aus die Stadt. Bei Sonnenaufgang schon gestartet. Frühes Aufstehen war ganz ok. Franz und Maria mochten die Ruhe der Stadt. Waren mit dem Auto los. Kaffee gab es später. Unterwegs kurz gestoppt. Bergan doch ein paar Mühen. Später dann im kühlen See gebadet. Sie liebten die Jachenau. Der Walchensee war gerader recht. Der Andrang hielt sich noch in Grenzen. Auf der Wasseroberfläche wenig Sonnenmilch. Nach Hause wollte keiner fahren. Sie ließen sich Zeit.

Als das Gewitter aufzog, waren sie schon weiter

Weit durch den See geschwommen. Wasser hilft. Franz mochte das Wasser im Sommer. Nicht die Sonne auf der Haut. Die war ihm einerlei. Mit den einen oder anderen Segelboot es aufgenommen und doch verloren. Irgendwann wollte er durch die Mongolei reiten. Einfach so. Wenig Autos. Weite Steppen. Der Ammersee war aber gerade recht. Sie waren schon in der Früh rausgefahren mit dem Zug und dann geradelt. Hier und da gab es Stellen, die nicht überfüllt waren. Als das Gewitter aufzog, waren sie schon weiter. Mussten noch in die Stadt. Es gab noch Arbeit.

gewitterwolken deuen herab

unter dem pflaster liegt kein

strand. die gletscher schon

längst geschmolzen. der warme

wind treibt das schiff über den

see. über die straße das reh

gedroschen das korn. an den

nackten füßen brennt der

asphalt. gewitterwolken deuen

herab. himmelsduschen.

Lauer Abend. Lange Nacht.

Kaltes Duschen hilft. Aber auch nur temporär. Franz konnte ja nicht den ganzen Tag duschen. In der Früh ins Freibad ein paar Runden. Am Abend wieder. Dazwischen arbeiten. Duschen. Eis essen. Oder Wassermelone. Ventilatoren mochte Franz nicht. Manchmal ging er dann einkaufen. Stellte sich vors Kühlregal. Hatte keine Eile. Mittags verdiente Ruhe in der schattigen Wohnung. Blos nicht auf den Balkon. Viel Wasser trinken. Erst am Abend größeren Hunger. Beim Griechen Fisch mit Salat. Lauer Abend. Lange Nacht.

Ventilatorenanbieter hatten eine gute Zeit

Bleierne Schwüle lag über der müden Großstadt. Die Hitze führte zum Produktionsverlust. Ventilatorenanbieter hatten eine gute Zeit. Der Eismann kam auch mit der Produktion kaum nach. Musste nachts noch lange an seinen Eiskreationen arbeiten. Im Getränkemarkt wurden die Wasservorräte knapper. Aber Franz trank am liebsten kaltes Wasser aus der Leitung. Gegen Mittag hatte er nur ein Eis gegessen. Zwei Kugeln. Amarena und Pistazie. Keine neuen Sorten. Zum Abend im Biergarten verabredet. Hatte einen Salat gemacht zum Mitnehmen. Vielleicht nahm er noch einen Steckerlfisch. Ein paar Freunde würden kommen. Wie immer. Ein wenig philosophieren.  Oder über Politik sprechen. Vielleicht auch über den Bachmann-Wettbewerb. Aber den fand Franz gar nicht so aufregend. Seine Stirn war noch heil. Das fand Maria auch in Ordnung.

das verschwimmende gesicht #2

wenn das portrait kein portrait

das gesicht nicht als gesicht,

die person nicht wiederzukennen

die nase nicht mehr, die ohren

 

verlaufen, die augen zur höhle

verkommen, das glück den personen

nicht hold zu sein, als modell standen

dem francis bacon, zerrissen das

 

herz, die kümmernis lastet schwer

wenn malt bacon das portrait, zu

lauern nicht das paradies auf erden, die

hölle nur scheint reserviert

Ins Wasser gesprungen

Schyrenbadwetter. Schon in der Früh war Franz in das Wasser gesprungen. Runden gedreht. Danach putzmunter. An den Schreibtisch. Verse geschmiedet. Wörter gedrechselt. Erst später richtig gefrühstückt. Blickte froh auf seinen Text. Zufrieden biss er in die Semmel.