Sie hörten von Fern die Amsel singen

Im Ohr der Wind sang

sein garstig Lied. Die Bäume

verbeugten sich vor ihm.

 

Die Wolken flogen in Eile

davon. Hochbetagt gingen

die beiden ihren Weg. Ungerecht

 

der Kies. Früher hatten sie das

Heu noch mit der Hand. Die

Rücken waren krumm

 

von der Arbeit. Sie hörten von

Fern die Amsel singen. Ein Lächeln

ging über ihre Gesichter.

Geduldig warten wir auf den Morgen.

Im Garten gegangen.

Gewaschen. Fern der Tag.

Gereinigt die Hand.

Mit krummen Rücken

treten wir ein.

Eine Schale Reis

gereicht. Der Wasserkessel

erreicht die notwendige

Temperatur.

Schweigen.

Nichts.

Der Tee wird

gereicht.

Geduldig warten

wir auf den

Morgen.

Schwere Kunst. Für Alf Lechner

Schwere Kunst. Stahl.

Skulpturen für die Ewigkeit.

In München starten – in

München landen.

So groß wie ein Airbus.

220 Tonnen schwer.

Passt in kein Museum.

Die Statiker würden den

Vogel zeigen. Kein Wind weht

um. Egal, wer sich dran kratzt.

Keine Putzfrau wischt hier das

Fett weg. 220 Tonnen Stahl.

Rund 200 kleine Autos.

Ein Kunstwerk. Was bleibt.

Harte Kunst. Dazwischen.

In den Orten. Da.

Lechner Museum

Schnell war der Tanz vorbei

28.02.2017

Der Marktweibertanz hatte schlechte Wetter. Überhaupt war Franz vom Faschingsdienstag  genervt. Wollte keinen Regen haben. Die Stimmung schien schon ein wenig wie Aschermittwoch. Alles vorbei. Franz war kein großer Faschingsfan. Aber auf den Viktualienmarkt gehen gehörte für ihn dazu. War er auch mit Großvater öfter gewesen. War aber früher kein großer Event. Auch heut war der Tanz schnell vorbei. Der Regen drückte auch bei den anderen auf die Stimmung. Trotz schlechter Laune ging Franz am Nachmittag an den Schreibtisch. Er wollte zumindest einen Text überarbeiten. Zumindest. Er hatte auch eine Idee für einen neuen Text. Musste noch sehen.

Schneeglöckchen

Die Schneeglöckchen trotzen

der Wintererde. Verkünden eine

frühe Frühlingssinfonie. Hörst du,

wie sie klingen? Krokusse sehen

 

voller Neid auf die Mutigen. Tulpen

und Narzissen sind feige Brüder

und Schwestern. Die späten

Winternächte schicken noch

 

schaudernde Kälte. Doch das

Mittagsgeläut der zarten

Glocken klingt zart ans Ohr.

So nah der Frühling schon.

Bücher anfassen

27.02.2017

Franz mochte keine großen Buchhandlungen. Supermärkte für Bücher waren ihm suspekt.  Hugendubel war nie sein Fall gewesen. Nur ganz selten dorthin verirrt. Viel zu viele Bücher, die ihm nicht gefielen. Auch viel zu viele Menschen. Liebe Feinkost. Ausgewählt. Aber Telekom anstelle Hugendubel am Marienplatz war nicht besser. Kein Mensch braucht doch so viele Telefonläden. Nun sollte im Sommer der Hugendubel wohl zurückkehren zum Marienplatz. Es gab wichtigeres für Franz. Aber auch schlechteres. In der Fußgängerzone war er selten. Meist nur durchgeradelt. Wenn er von der Bibliothek kam oder früher von der Uni. Je nach Laune. Wie das Wetter war. Durch den Englischen Garten. Oder über den Marienplatz. Zum Glück gab es in München noch gute Buchläden. Aber sie waren nicht mehr geworden. Gerade im Univiertel hatte sich vieles negativ verändert. Franz kaufte immer noch Bücher in einer Buchhandlung. Mochte die Gespräche. Liebte es, Bücher anzufassen. Ging aber auch gern in Bibliotheken. Dort herrschte eine arbeitsame Stille. Meistens zumindest. Schrieb aber auch gerne im Café. Im Winter. Im Sommer.

Gegen die Fluten

Herausgeschlagen aus dem

Baumstamm. Entzwei springt

das Herz. Das laute Meer

 

stürzt auf ihn ein.

Die Insel der Glückseligen

kämpft gegen die Fluten an.

Tel Aviv in Berlin

Am Abend war er ins Yafo eingeladen. Geburtstagsfeier. Manchmal ist Tel Aviv mitten in Berlin. Bei Israelis war es chick, nach Berlin zu gehen. Billig. Zumindest gewesen. Die Küche wurde gleich mitgebracht. Das Leben in Tel Aviv war teuer. Party ging auch woanders. Und erst recht Kunst. Also leben auf einmal viele junge Israelis in Berlin. Olim le-Berlin. Tel Aviv in Berlin. So im Yafo. Für die, die sich am Leben freuen. Die gerne gut Essen. Prenzlauer Berg. Die Hauswand verziert. Im Sommer lässig vor der Tür. Leicht windschiefe Bänke und Stühle. Israeli Food. Nicht jüdisches Essen. Vegan und Vegetarian. Aber es gab auch Fleisch. Keine Dogmen. Nicht nur Restaurant. Auch Bar. Er freute sich darauf. War schon einmal mit Franz dagewesen. Gute Stimmung immer. Schönes Wohnzimmer. Ging gern mit der ganzen Familie hin. Aber zur Party blieben die Kinder daheim. Der Babysitter würde aufpassen. Sie fuhren mit dem Rad hin. war nicht so weit. Jo radelte gerne schnell. Die Nacht war lau. Fast Frühling. Als sie ankamen, war der Hunger schon groß. Doch erst anstoßen, Geschenke überreichen. Hier ein Kuss, dort ein Kuss. Es würde ein schöner Abend werden. Ganz bestimmt.

 

Der Sonne entgegen

25.02.2017

Der neue Eisbär im Tierpark erweicht die Herzen. Franz war schon lange nicht mehr dort gewesen. Doch die Sonne schien schön und so hatte er auch Hellabrunn aufgesucht. Zwischen den Liebespaaren und den vielen Kindern fühlte er sich oft unwohl. Später war er noch die Isar aufwärts geradelt. Der Sonne entgegen. Weit raus aus die Stadt. Eigentlich hatte er eine Karte fürs das Bayern-Spiel geschenkt bekommen. Aber es reizte ihn nicht wirklich. Lieber die Beine spüren. In der Sonne kam er ins Schwitzen. Der Fasching in der Stadt war Franz nicht so wichtig. Er mochte schon den Faschingsdienstag. Aber sonst kam man ihn München gut ohne aus. Trump hat Medienvertreter von der Pressekonferenz ausgeschlossen. Die gute alte Tante New York Times musste draußen bleiben. Neben einigen anderen. Der Umgang mit der Presse verrät immer, wie viel Kritik ein Politiker verträgt und wie demokratisch er wirklich denkt. da haben Trump, Putin, Erdogan was gemeinsames. Franz las gerne Zeitung. Jeden Morgen zum Frühstück. Die gedruckte Süddeutsche. Hatte schon sein Großvater gemacht. Aber Franz las auch gerne online andere Zeitungen, Zeitschriften. Der Oscarverleihung sah er ganz entspannt entgegen. Die Reden könnten doch interessant werden. Am Abend wollte er noch was schreiben. Den ganzen Tag hatte er fast nichts geschrieben. Nur ein paar Notizen gemacht.

Eifrig singt der Zaunkönig

Der Fluss schlängelt

sich leis, zart fallen die

Sonnenstrahlen auf

 

das alte Laub,

hier und da ein

grünes Blatt, der

 

Wind hat sich

gelegt, eifrig

singt der Zaunkönig

 

das alte Nest noch in

Gebrauch. Her young

ones in her nest, against the owl.