Der Fluss schlängelt
sich leis, zart fallen die
Sonnenstrahlen auf
das alte Laub,
hier und da ein
grünes Blatt, der
Wind hat sich
gelegt, eifrig
singt der Zaunkönig
das alte Nest noch in
Gebrauch. Her young
ones in her nest, against the owl.
Der Fluss schlängelt
sich leis, zart fallen die
Sonnenstrahlen auf
das alte Laub,
hier und da ein
grünes Blatt, der
Wind hat sich
gelegt, eifrig
singt der Zaunkönig
das alte Nest noch in
Gebrauch. Her young
ones in her nest, against the owl.
24.02.2017
Die Sonne nur kurz gesehen. Die Wolken flogen vor seinen Augen umher. Mitunter folgten auch die Wörter. Franz war zufrieden mit seinem Text. Hatte ihn an der Schreibmaschine geschrieben. War noch von seinem Großvater. Mochte den Anschlag in der Stille des Arbeitszimmers. Kleinere Texte schrieb er gerne auf ihr. Manchmal fünf oder zehn Mal den gleichen Text. Bis er zufrieden war. Eigentlich war Franz ja ungeduldig. Wollte, dass es schnell ging. Doch an der Schreibmaschine wurde alles langsamer, intensiver. Jedes Wort, jeder Buchstabe wurde sich erarbeitet. Der Schulz-Hype war Franz nicht unsympathisch. Machte den Wahlkampf interessant. Zumindest im Moment. Die Medien machten den Hype zum Hype. Schulz ritt auf der Welle. So langsam machte sich die CDU wohl Sorgen. Suchten sich Munition. Die SPD schien Franz wie verwandelt. Aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Am Abend musste Franz noch in der Bar aushelfen. War jemand ausgefallen. Ein paar Freunde wollten später auch kommen.
Die Berge ragen in die
Wolken, der Schnee
auf den Wiesen will
gehen, der Schleier hält
verborgen den Wald,
schwer erscheint der Aufstieg
im Februar, vom Wind
umweht, der Gipfel
fern, die Schmetterlinge
wollen noch schlafen
Der Wind hat kräftig Luft
geholt, seine Lungen
vollgeblasen, die Bäume liegen
schräg, zwischen den Sonnenstrahlen
tanzen die Wolken staccato,
die Fußgänger tragen keinen
Schirm, die Blätter vom letzten
Herbst erhalten neues
Leben, der Mond wird uns
verborgen bleiben, nicht
Ansingen müssen wir ihn heut.
Heut wird kein Segel gesetzt.
Frühlingsnarzissen liegen auf
dem Tisch, in der Dose noch
schwimmen die Ölsardinen,
der Februarhimmel trägt graue
Wolken als Kleid, zwischen den
Ästen pfeift der Wind ein
fröhliches Lied, hart schlagen
die Klaviertasten auf ihren
Grund, verstreute Glasscherben
erzwingen einen Slalom für den
voranstrebenden Radfahrer, für
einen Moment scheint seine Mütze
vom Kopf zu fliegen,
Bashos Erleuchtung nicht erreicht.
Das Vermächtnis des Punks
herausgeschrien, Beuys Badewannen
geputzt. Zwischen Laut und Luise ein
Röcheln an der Wand. Jeder Künstler
ist ein Künstler. Im Gebeinhaus liegen die
blassen Knochen durcheinander. Auf dem
Rhein fahren weiße Ausflugsdampfer. Die
Deiche sind schön grün geworden.
Kohle wird nur noch selten geschleppt
auf den Kähnen. Fortuna hat kein Glück,
Heines Gedichte verschmäht, verbrannt.
Container warten im Hafen
Das Grau der Tage schlug Franz aufs Gemüt. Ihm fiel nichts ein. Schon seit Tagen keinen anständigen Text mehr geschrieben. Immer wieder in den Papierkorb geworfen. Oder, schlimmer noch: Auf das weiße Papier gestarrt. In den matten Bildschirm geglotzt. Unzufrieden über sein Schaffen gewesen. Beim Radeln über die Nässe geärgert. Auch beim Bäcker nicht entspannt gewesen. Vor der Nase der letzte Vanille-Krapfen verkauft. War nicht sein Tag. Dabei hätte der Krapfen die Laune gehoben. Es half aber nichts. Am Abend musste er auch noch in der Bar arbeiten. Auch das noch. Hatte heute zugesagt, dass er zu einer Lesung nach Berlin fahren würde. Zusammen mit ein paar anderen Autoren gab es eine Veranstaltung von seinem Verlag. Berlin gefiel ihm. War lässig. Viele Kollegen waren dort. Würden ein paar schöne Tage werden. Noch war aber kein Frühjahr, noch war kühler Februarregen. Ganz verzweifelt kämpfte sich ein wenig Grün durch die kalte Erde.
Rheinweise, der Singsang, Heimat
vergangen, Loreleis Verwirrungen überall,
Rheydts großer Mann, Hitlers schlimmer
Finger pendelte auf und nieder, Goebbels hetzte
im Singsang. Totaler Krieg im Sportpalast,
Goebbels Kieferknochen, Stalingrad
verloren. Der totalen Niederlage entgegen, die
Leichenberge, die Versorgung aus der Luft eine Lüge,
krepiert, verhungert, erfroren bei minus 40 Grad,
gehetzt aus dem Rheinland, ausrufend
den totalen Krieg, der Beginn der Niederlage, das Verheizen
der Menschen an der Front, Rheydts Finger pendelt auf
und nieder, zermahlen zwischen den Zähnen
des Dr. G.