Am Ende des Tages schiebt doch noch die Sonne die Novemberwolken weg. Kurz bevor sie geht. So schenkt sie ein Abendrot.
Autor: orangeblau
Allerheiligen
Aller Heiligen gedenken, wer kann schon noch den einen oder anderen aufzählen, wenn doch heute lieber Halloween vorweg gefeiert wird. Gleich aller Heiligen zu gedenken hat auf jeden Fall Vorteile, so kann doch der eine oder andere nicht vergessen werden. Zwar gehen an Allerheiligen noch viele Menschen auf den Friedhof, um der Toten zu gedenken, doch aller Seelen gedenken ist eigentlich erst nach Allerheiligen gedacht. Halloween gefällt, ohne Zweifel, den Kindern, doch einen christliches Gedenken lässt sich da kaum noch vermuten, obschon der Ursprung sehr wohl als abendlicher Beginn von Allerheiligen angesehen werden kann, geht doch das Wort Halloween auf „All Hallos Eve“ zurück. Doch zwischen Süßes oder Saures, Trick or Treat fliegen die Hexen, Geister und sonstige grausliche Gestalten ums Haus. Oder eben weg. In der Früh lag Nebel auf der Stadt. Geister vertrieben, Ruhe eingekehrt.
Norcia
Das mit La dolce vita
vorbei scheint der
einstürzender Himmel in
der Mitte vom
Stiefel, die Basilika
in Trümmern gelegt
umgehauen den Turm
der Glocken, Staub
legt sich wie ein Hauch
Schnee auf die frischen
Ruinen, Amatrice schien
doch gerade erst gewesen
in San Benedetto wird
keine Messe mehr
gelesen, schlafen nicht
mehr in ihren Häusern
Natürlich Augsburg
Natürlich Augsburg
morgen, das
Cello spielen, Forellenquintett
üben, über 20 Jahre nur üben
nie fehlerlos, Caribaldi
üben muss der Zirkusdirektor
immer wieder, Gewohnheit
Übung der Konzentration
das Kollophonium streicht
über den Bogen, Halt geben
auf den Saiten, über
20 Jahre, als träumte
Caribaldi, als träumte mir
morgen Augsburg
das Leben ein Spiel
ein Theaterstück spielen
morgen Augsburg
das Forellenquintett
als träfe Bernhard Casals
morgen im Theater
in Augsburg, die Gewohnheit
immer nur die C-Saite spielt
Caribaldi, immer nur die
dunklen Töne trifft
Es ist Herbst
Reisst entzwei der Herbst
die Blätter von den Bäumen
schlägt die Früchte nieder
wenn vergessen
die Ernte, der Bulldog
räumt die MAISFELDER
auf, kippt die Gülle
oben drauf, nachdem
der Häcksler erwischt
hat das junge Reh
fette Kürbisse rollen
auf die Fahrbahn
immer wieder suhlen
sich die Wildschweine im Dreck
bevor sie dem Autofahrer
vor die Flinte laufen
Zwischen
Zwischen der Wirklichkeit und der Fantasie ist immer Platz für ein Gedicht.
Wider die Gleichgültigkeit
Man könnte schönen
Urlaub machen auf der Insel
im schönen Mittelmeer
mitten in Europa, Zitronen
und Orangen wachsen wunderbar
noch wärmer als in Sizilien soll
es sein, zahlreiche Hotels stehen
zur Verfügung, die Fischer gehen
täglich ihrem Beruf nach, auch für
Fischkonserven reicht der Fang
eine schöne Insel, Lampedusa
bekannt wurde sie wegen der Menschen
die ihre Heimat verlassen mussten
Giuseppina Maria Nicolini ist
die stolze Bürgermeisterin
gerade weil die Einwohner
mehr Tote sehen als jemals
anderswo Flüchtlinge angekommen
sind entrüstet sich Nicolini
wider die Gleichgültigkeit
„Spur der Steine“
„Spur der Steine“ ist natürlich wirklich ein großer Film. Die Filme für die Telekom waren es nicht.
Nebel umhüllt
Nebel umhüllt die Welt, als
würd noch schlafen sie
Blätter rascheln
Wolken auf der
Straße liegen, von fern
die Lichter dringen durch
den Dunst, Häuser
baut jetzt keiner mehr
im Park die Bänke
bleiben leer in der Nacht
Die Perser
Aischylos war dabei, als verlor Xerxes, der König der Perser, seine Schlacht. Bei Salamis gingen unter sie, die Perser gegen die verhassten Griechen. Jahre später schrieb Aischylos, der auf Seite der Sieger gekämpft hatte, „Die Perser“, die älteste überlieferte Tragödie der Welt.
Das Heer der Perser war riesig, die Kriegsflotte füllte das Meer, voller Glück schaute Xerxes bei der Überquerung des Hellespont auf seine tapferen Soldaten, voller Siegeszuversicht.