Auf Beute

Als sei auf Beute, er, der

große Schriftsteller, jagt einsam die Wörter

mit seiner Flinte, trinkt Whiskey zum

Wärmen, Wildschweine, Rehe,

will nicht gestört werden bei seinem großen

Wurf, einsam wie ein Wolf läuft er um

seinen Schreibtisch, durchwachte Nacht,

auf der Lauer, seine Sätze suchen,

den Wörtern hinterher, das Arbeitszimmer

ist ein heiliger Ort, der tiefe Wald, die

weite Prärie, hier und da fällt ein Schuss.

Wenn nur seine verdammte Schreibblockade

nicht wäre. Längst fertig wäre sein großer

Wurf.

Mosaik Zeitschrift

Auf Mosaik ist während der „Sommerfrische“ ein Text von mir erschienen. Hier der Link:

Der Papierkorb

Der Text freut sich über Leser und mich freut es sehr, dass Mosaik den Text veröffentlicht hat.

Ende der Sommerfrische

Schon vorbei die Sommerfrische, schon vorbei.
Neue Texte werden kommen. Der Sommer aber sammelt noch seine ganze Kraft.

Sommerfrische

Aus der Mode, doch wunderbar
und angesagt. Über die Berge
in den Süden, das süße
Leben geniessen, das entspannte
Nichtstun, zwischen Oliven,
Zypressen, Oleander den Rosmarin
pflücken, Feigen vom
Baum essen und die Beine
ausstrecken. Hin und
wieder ins Wasser springen,
den Eidechsen beim Sonnen
zusehen und in der Bar
einen Kaffee trinken.

Das Ende des Atelier du Bureau — Bureau du Grand Mot

Zwei Jahre lang haben wir das Förderatelier des Salzburger Kunstverein im Künstlerhaus okkupiert, Projekte verwirklicht, geprobt, geschaffen, gesprochen, getrunken und gefeiert. Nun werden wir Ende des Monats das Nest verlassen und unseren KollegInnen von Franziska Platz machen. Nicht aber ohne einen Blick zurück zu werfen, auf einige der Höhepunkte aus zwei glorreichen Jahren Atelier du Bureau… 30. […]

über Das Ende des Atelier du Bureau — Bureau du Grand Mot

Vergangen, vertrieben

Vergangen, vertrieben, meilenweit verschoben alle SpätsommerderHerbstkommtbalddepressionen. Die Sonne drückt die Wolken weg, November noch Jahrhunderte entfernt. Wir springen in den See und schwimmen dem Herbst davon.

Einen Apfelbaum pflanzen

Sagt die Regierung uns jetzt auch, wann wir einen Apfelbaum pflanzen sollten? Wenn schon Vorsorge, dann richtig. Und nur keine Panik. Vielleicht ist es ja schon an der Zeit? Was weiß die Regierung? Wir sollten uns sicher alle große Sorgen machen. Wer war noch mal der Feind? Der Russe? Der IS? Ich blick da nicht mehr durch. Geh gleich in die Baumschule. Einen Apfelbaum mehr kann nicht schaden.

Die Gedanken

Die Gedanken sind
manchmal schneller als
Usain Bolt für 100 Meter
braucht. Mitunter
brauchen sie aber länger
als der langsamste
Marathonläufer. Alle
amateurhafte Versuche
des Dopings haben nicht
geholfen. Manchmal
sprühen die Gedankenblitze
in sekundenschnell, ein
andermal scheint das Gehirn
im Tiefschlaf zu stecken.
Da hilft nur Tee trinken.

Über unsere Köpfe hinweg

Zwischen den kleinen Bären
und dem großen Wagen
leuchtet der
spätsommernachtsdunkelblauer
Himmel, vorbei die
Glühwürmcheninvasion,
die Sternschnuppen müssen
gefangen werden, hin
und wieder fliegen
die Fledermäuse über
unsere Köpfe hinweg,
mühsam fliegen die
Wörter hinterher

Berlin / Kambodscha

Hipsterstadt, Berlin,
Stadt der Döner, Currywurst,
Backpacker ohne
Ende, du verlässt die

Stadt der Hartz IV – Empfänger.
Das Land der Khymer,
fern der Morgenröte
Schlange gegrillt, Spinnen

paniert anstatt Big Mac
und Farlaffel.
Kambodscha, das
Wasser aus der Leitung

ist dir nicht zum Trinken
empfohlen worden. Reis am
Morgen, am Mittag
am Abend. Dank

der früheren Kolonialherren
soll es hier und da noch Weißbrot
geben. Die Sprache der Khymer,
zwischen den Nähmaschinen

wirst du, Spule um Spule
lernen, manches klänge
bayrisch,du sagst,
„jam“ wäre „Essen“.