Klar, ein Derby ist ne feine Sache und ein eins zu null ist ein eins zu null. Die Kölner fahren ohne Punkte heim und Gladbach behält die Punkte. Wenn die Null steht, wird es vielleicht doch noch was mit Europa. Auch wenn das Spiel nicht besonders überzeugend war. Favre lässt grüßen? Borussia auf dem Weg der Besserung?
Autor: orangeblau
Unser Mann im Mittelalter
Umberto Eco ist verstorben
Er war klug, schlau, weise, ein Intellektueller, ein linker Bartträger, ein Professor und er schrieb Romane, die gebildet waren. Bildungsbürgerromane von einem Bildungsbürger.
Und hat uns entführt. Ins Mittelalter. Klar, wenn man Lektor wäre, hätte man den „Name der Rose“ nie abgelehnt. Klar, logisch. Wenn man ihn den gelesen hätte. Aber der Suhrkamp-Verlag tat dies. Das SZ-Magazine hat es gerade erst wieder festgestellt. Abgelehnt. Wohl nicht gelesen. Und vorher genug Defizite eingefahren mit der Professoren-Prosa. Klar, mit wissenschaftlichen Büchern lässt sich eben kein Geld verdienen. In der Regel. Und dann schrieb Umberto Eco diesen Roman und schaffte damit einen BESTSELLER. Klug geschrieben und trotzdem ein Bestseller. Klar, hätte man selber nie abgelehnt. Der Mann, der leidenschaftlich gerne in Antiquariaten herumirrte und stöberte, entführte uns in ein mittelalterliches Kloster und nahm uns gefangen. Und die Studenten irrten hinterher um die Spuren des Romans zu durchforsten…
Ach, wie er mir fehlt, der Kalte Krieg
Ja, das waren doch große Zeiten. Wer war der stärkste auf der Welt? Wer hatte die schönsten Atombomben? Wer war als erster im Weltall? Wer war der erste auf dem Mond? Wer hatte das schönere Stück von Korea oder Vietnam? Wer hatte die besten Sportler? Wer konnte besser dopen? Wer hatte den besseren Geheimdienst? Boykottierst du meine olympischen Spiele, boykottiere ich deine. Zwei Junges eben, die immer raufen wollten, immer was los.
Kurzfristig schien der Welt ein wenig die Spannung verloren gegangen zu sein. Gottlob scheint diese Tristesse vorbei. Putin sei Dank wird die Welt wieder interessanter. Ein wenig Einmischen in der Ukraine, ein bisschen Helfen in Syrien und schon ist einfach mehr los.
Aber für einen kalten Krieg ist der Krieg in Syrien viel zu real, sterben viel zu viele Menschen, sind viel zu viel Menschen auf der Flucht. Ein verdammt heißer Krieg!
Kunst, Design und schlechter Geschmack
Wer streitet nicht gerne über Kunst? Oder Design? Ist das schön? Wer legt dies fest?
Die Hochschule für Gestaltung Ulm ist berühmt und legendär. Und sie lebte nur kurz. Von 1953 bis 1968. Aber nicht immer war Design bequem. Nehmen wir den Ulmer Hocker. Einfach, klar, elegant. Aber nix gemein mit Omas Sofa. Oder den Braun SK 4. Genannt „Schneewitchensarg“. Radikale einfach, schlicht. Wunderschön, aber kein Schneewittchensarg. Sondern modernes Design, fast schon Kunst.
In Ulm gibt es gerade eine Ausstellung im HfG-Archiv, die an die wunderbare Zeit dieser atemraubenden Hochschule erinnert und zur Diskussion einlädt. Und wer sich traut und Lust auf gutes Design hat: Das Porcellanservice tc 100 kann man immer noch kaufen. Stapelware quasi, für die Großküche und für daheim.
Geschmackssachen eben.
Zäune verkaufen
Manche Geschäftsideen sind einfach. Und einfach genial. Wer ein Geschäft gründen will, muss nur den Politikteil der Zeitung lesen. Oder Nachrichten hören. Oder schauen.
Ergebnis dieser Beobachtung? Klar, Zäune sind der Renner und werden vorerst auch nicht aus der Mode kommen. Natürlich hohe Zäune, mit viel Stacheldraht. Mit Spezialpatent leicht aufzustellen und von Menschen unüberwindbar. Der Bedarf ist riesig. Bald wird jedes Land in Europa solche Zäune brauchen. Ohne Ausnahme. Ganz bestimmt. Doch, auch England. Bei so viel Küste. Italien ja sowieso. Es sei denn, sie würden ihren Strand verkaufen. An Libyen zum Beispiel. Und Griechenland. Ein Paradies. Bei den Inseln.
Zählen wir alle, kommen wir auf 3054. Wenn Wikipedia nicht lügt. 3054. Das ist der Hammer. Wenn die endlich ihre Grenze dicht machen und man liefert alleine an Griechenland seine Zäune, die mit dem Spezialpatent, man wäre ein gemachter Mann.
Natürlich wäre es ein ganz besonderer Zaun, den die Griechen bekommen würden. Nicht nur ein gegen Salzwasser gewappneter. Es wäre ein „Retter des Abendlandes“-Zaun, ein Antimorgenlandzaun, ein Antiislamzaun und ein Anti-IS-Zaun.
Selbstverständlich würde man seine Firma gleich an die Börse bringen. Der Aktienkurz schnell nach oben fliegen. Von wegen Google, Apple und Co. Die könnten alle einpacken mit ihren neuen Medien und ihrem Gedöns. Der „Retter des Abendlandes“-Zaun wäre der Exportschlager. Nein, nicht nur in Europa. Weltweit. Bräuchten nicht die Chinesen nicht endlich was Neues für ihre alte Mauer? Nordkorea sowieso. USA sowieso. Einwände wegen China? Wo denn da das Abendland wäre? JA, äh, ist doch klar, oder. Die sind doch auch gegen den IS, oder?
Möglicherweise…
Möglicherweise sollte ein Blog gelesen werden. Möglicherweise.
Möglicherweise schreibt ein Autor aber gar nicht, damit ihn viele lesen.
Möglicherweise weiss der Autor noch gar nicht, warum er einen Blog schreibt.
Möglicherweise macht ihn einfach nur das Schreiben Spaß.
Möglicherweise ist das Denken kompliziert.
Früher schrieb der eine oder andere ja auch für die Schublade.
Möglicherweise ist ja ein Blog auch nur eine Schublade. Manchmal macht sie einer auf, manchmal nicht. Das Glück des Autors liegt vielleicht in eben dieser Schublade und er hütet sie. Manchmal schaut er rein, wischt sie schön sauber und macht sie wieder zu.
Möglicherweise ist ein Autor ein glücklicher Mensch…
Ganz vergessen, dass es sie noch gibt, die FDP
Also, wie war das noch einmal, damals? Ich mein, die letzte Regierung vor der jetzigen großen Koalition? Ich muss kurz nachdenken, war da nicht ein Herr Westerwelle? Der mit den Prozenten unter den Schuhen? Stimmt, 2009 erreichte die FDP unter Westerwelle ein Ergebnis von 14,6 %. Prima Ergebnis, geradezu fantastisch. Zumindest für Westerwelle. Danach ging es leider bergab für ihn. Und nach viel Palaver, einigem Gedöns, Wichtigtuerei und überhaupt kam die FDP auf die noch bessere Idee einen Herrn Rössler zum Vorsitzenden der Partei zu machen. Gut, da kann der Mann ja nix dafür. Genscher wollte wohl nicht, Hirsch auch nicht, Herrn Baum hat man lieber nicht gefragt, sondern eben ihn, den jungen, dynamischen und vollkommen überforderten Herrn Rössler. Was macht der jetzt eigentlich? Schon lange nichts mehr von ihm gehört. Wie es mit der FDP weiter ging, ist ja bekannt. Sie verlor die Bundestagswahl mit Pauken und Trompeten, flog in hohen Bogen aus dem Bundestag raus und harrt der Auferstehung.
Vermisst sie jemand? Jetzt einmal ehrlich. Vermisst sie jemand? Ich mein, für welche Inhalte standen sie noch einmal? Ach ja, da gab es doch den Genscher, den Baum, den Hirsch. Wie ich überhaupt darauf komme? Drauf komme, über die FDP nachzudenken?
Der äußerst junge und dynamische und sympathische jetzige Vorsitzende, der Herr Lindner will Aufmerksamkeit und ein Stück vom Kuchen der AfD und haut drauf auf die Merkel. Ist einfach. Kann jeder. Sagt: „Merkel ist gescheitert“. Ist das Politik? Oder nur Stimmungsmache? Und wieso eigentlich führt die Merkel Moral in die Politik ein? Stört doch nur, Moral. Wo kommen wir denn da hin?
Der Erfolg wird Herrn Lindner bestimmt Recht geben. Ich mein, Erfolg bei den nächsten Wahlen. Aber die Lösung des Problems? Es gibt viele Flüchtlinge aus Syrien, es gibt immer noch einen Krieg. Wie wäre es, wenn Politiker ihre Arbeit machen und nach Lösungen suchen würden?
Gut, Genscher ist nicht mehr der jüngste, aber man könnte ja ´mal fragen…
Wo bist du, Europa?
In der Schule, dies ist klar, lernt jedes Kind, wo es liegt, dieses Europa. Aber was dies genau ist, dieses Europa? Ein Kontinent des Abendlandes? Christlich? Besitzen eine Währung? Benötigt nur nach außen eine Grenze, dieses Europa? Und wenn ja, wie sieht die aus? Jetzt? Und in Zukunft?
Wir könnten ja z. B. alle Inseln von Griechenland der Türkei schenken. Dann wäre es leichter, einen hohen Zaun um Europa zu errichten. Wenn dies nicht reicht, könnte man ja auch italienische Inseln herschenken. Wird schon jemand nehmen. Überhaupt Italien. Mit so einer langen Küste eh ein großes Problem. Da könnte man doch auch noch was machen. Europa, wo bist du? Wäre doch viel übersichtlicher für die Schulkinder.
Als Willemsen Markwort interviewte
Nach seinem Tode angesehen. Youtube sei Dank. Und doch seltsam. Fakten, Fakten Fakten, Marktwort in die Enge gedrängt. Gesendet 1995. Olle Kamellen? Und doch Fakten, Fakten, Fakten. Gut vorbereitete Sendung. Was macht Jauch noch so? Oder die Will?
Und doch: der Tote so lebendig und doch verstorben. Ob er den Nordpol gesehen hat beim Sterben?
Ausgehend von Karl Kraus war er moralisch, fällte Urteile, wollte Moralist sein. Eine schwierige Rolle, die er ausfüllten wollte und ausfüllte.
Die bessere Metapher: das verdichtete Leben
Roger Willemsen: „Das Leben kann man nicht verlängern, aber wir können es verdichten“
Das verdichtete Leben, das intensive, das, was voller Leidenschaft steckt. Und auch: das Leben als Roman. Es scheint, als sei ihm beides gelungen. Mit oder ohne Kant: er hatte den Mut, seinen Verstand zu benutzen.