Irrt und irrt Lenz durchs Gebirge und irrt und fällt, tiefer hinein, fällt tiefer hinein in sich. In sich tiefer fällt und nicht findet, den Halt, den Halt nicht findet in sich und fällt und Oberin nicht halten kann, nicht halten kann den Lenz.
Autor: orangeblau
Wenn Oberlin geht
Wenn Oberlin geht, wenn geht, der Wahnsinn kommt, hinter der Alp, las die Bibel, las, der Lenz las, schrieb nicht Dramen schrieb, nicht Dramen schrieb er mehr, als als bei Oberlin. Wer liest die Apokalypse liest, Lenz, verfällt, tiefer verfällt in seinen Wahnsinn, tiefer.
Als Don Quijote gegen Windmühlen ritt
Durch die Mancha, als Don Quijote ritt, durch die Mancha, auf seinem Pferd sitzend, der Rosinate, auf Windmühlen traf, auf Windmühlen, ritt durch die Mancha, begleitet nur von Sancho Panza, begleitet nur und traf, bereit zum Kampfe, Windmühlen traf, die alten Riesen. Staunen müsst heut, staunen müsst, träfe er sie, die neuen Mühlen.
Durchs Gebirg
Als irrte, durchs Gebirg er irrte, Lenz, irrte und verwirrte, Berge, Schnee, er irrte, Tannen schwer, Tannen, Nässe drang ein, Nebel umlagert, trüb der Blick, Nebel umlagert, ging geschwind, der Lenz, ging geschwind, durch Täler, über Stein, ging geschwind, es drängte ihm, der Lenz, durchs Gebirg, durchs Gebirg, als flöge er gleich, geschwind, im rasenden Tempo durchs Gebirg, er irrte. Winter wars, im Januar, als er irrte und verwirrte, der Lenz und Herberge fand, Lenz, der verwirrte.
7.19
7.18
Es ist eine Schande … wenn es passiert
Natürlich ist das christliche Abendland in Gefahr. Wir hören es tagtäglich. Wöchentliche Demonstrationen finden statt. Sogar im Allgäu gibt es es einen Ableger von Pegida: Allgida. Und die haben demonstriert. Mitten im schönen Bayern. Im Allgäu. Da, wo doch so gerne die Japaner und andere Touristen kommen und sich die Schlösser vom Ludwig anzusehen. Um genau zu sein. Nein, in Füssen war die Demonstration nicht, sondern in Obergünzburg. Ist eher weniger touristisch. Eher ein verschlafendes Nest. Nicht einmal Schnee haben sie da. Dafür aber einige Flüchtlinge. Lief wohl bis jetzt ganz gut, was man so hört. Und dann eine nicht genehmigte Demo am Samstagabend. Mitten im schönen Allgäu. Wieso eigentlich haben die nicht am Montag demonstriert? Gut, in Sachsen ist der Mob schon ein wenig weiter. Hat mal wieder gezündelt und einen Bus mit Flüchtlingen angepöbelt. In Clausnitz und Bautzen. Finden jetzt ganz schön viele böse. Immer die Sachsen.
Aber bei uns in Bayern. Da haben wir doch die CSU. Da braucht man doch keine AfD und Pegida. Da demonstieren die einfach ohne Genehmigung im schönen, katholischen Allgäu.
Erst am Samstag wurde in der Süddeutschen Zeitung nachdrücklich empfohlen, einmal auf einen Rosenkranz in Altötting vorbeizuschauen. Vielleicht wegen der christlichen Werte und der Spiritualität. Vielleicht wollte der Autor ja in Wirklichkeit auch nur, dass der Ministerpräsident von Bayern geläutert wird. Horst Seehofer, auf den Knien um den Altar der Schwarzen Madonna rutschend. Vielleicht würde ihm da ja wieder einfallen, dass ein Christ für seine Nächsten und die Menschen in Not dasein sollte.
Da ist es doch schön, wenn in Berlin auf der Berlinale ein Film gewonnen hat, der sich mit der Insel Lampedusa auseinandersetzt: Fuocoammare.
Relektüre: „Der Winter ist ein rechter Mann“
Ach, Claudius, was waren das doch für Zeiten. Der Winter, ach, der Winter, höchstens noch ne zarte Frau. Kernfest? Ich muss lachen. Und ach, die Dauer. Also ehrlich, knapp eine Woche Schnee in Bayern und im Februar 17,5 Grad. Nein, nein, nicht unter Null. Plus. Verstehst du? Pluuuus. Also Schlitten, Skier und so kannst haben. Schenk ich dir, lieber Claudius. Die Vögel singen, Claudius, hörst du sie? Sie werden immer lauter! Meine Handschuhe kannst auch haben und die Winterjacke dazu. Ich mein, falls du frieren solltest. Und das mit dem Sommerhaus in der Schweiz ist auch ein schlechter Witz, hörst du, Claudius? Du glaubst mir nicht? Dann geh doch mal im Sommer auf den Gletscher, falls du einen finden solltest. Bald wird es keinen mehr geben. Du läufst gern Schlittschuh, Claudius? Kannst vergessen. Zumindest nicht auf einem See oder so. Und Halle zählt nicht, kennst ja eh nicht, dafür bist zu alt. Wirst wohl ein neues Gedicht schreiben müssen, damit die Kinder in der Schule was gescheites lernen. Der Winter ist ein rechter Mann? Claudius, das kannst vergessen.
Von Kotzbrocken, Schriftstellern und einem Lektor, der dies alles aushält
Manche haben einfach Pech und werden in einen Beruf reingeschubst, der zu ihnen passt wie die Faust aufs Auge und müssen sich dafür sich auch noch beschimpfen lassen. Von vollkommen unbedeutenden Menschen, die sich Schriftsteller nennen oder Autor oder einfach Schreiber oder eben Kotzbrocken. Und wenn das Schicksal es will, landet man auch noch bei einem vollkommen unbedeutenden Verlag wie den Suhrkamp-Verlag, der früher einmal so vollkommen unbekannte Autoren wie z.B. Hermann Hesse unter Vertrag hatte. Oder so unbedeutende Theoretiker wie Theodor Wiesengrund Adorno. Und ja, auch der mit der Zigarre, der Brecht ist da erschienen. Und ja, diese Reihen die es gab, die bunte regenbogenfarbene Reihe edition suhrkamp(es), die jedes Regal schmückte, in Wahrheit aber harte Kost war, ist eine Augen- und Leseweide gewesen in der alten Bundesrepublik. Und dann die optisch weniger ansprechende, aber das Hirn fordernde Reihe Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft (etw) mit Philosophen wie Habermas, Barthes, Derrida, Deleuze. Es gibt schlimmeres, als bei so einem unbedeutendem Verlag Lektor zu sein. Das SZ-Magazin hat jetzt den Cheflektor Raimund Felsiger interviewt. Und wer bis dahin dachte, dass Schriftsteller nette Menschen sind, wird dies wohl kaum noch behaupten können. Klar, niemand hielt Thomas Bernhard für einen Menschenfreund und Handke war immer schon zu früh erfolgreich, um ein netter Mensch zu sein. Sein Herumirren in Serbien miteinbegriffen. Klar, Hesse muss man nicht lesen, aber Beckett und Joyce und Proust und Notebook und …
Die Liste hört nicht auf. Eben ein unbedeutender Verlag, der zufälligerweise zahlreich Lieblingsautoren veröffentlicht hat. Nun, der Ruhm hat nachgelassen, Handke schreibt immer noch und führt sich auf wie ein schwieriger Mensch. Und Fellinger hat sie bändigen müssen, die schwierigen Schriftsteller. Ein Dank dafür vom Leser.
Ein Wort ist nur ein Wort
Ein Wort ist nur ein Wort und auch das Wort zum Sonntag ist nur ein Wort. Ein Wort zum Sonntag oder zwei? Na es werden doch schon noch zwei bis drei mehr. Der Winter ist nicht mehr das, was er mal war, der Wind bläst, die Ölpreise fallen ins bodenlose. Wer soll da schon ein Elektroauto kaufen? In Bautzen brennt ein zukünftiges Flüchtlingsheim, die Zuschauer jubeln. Ein Wort zum Sonntag? In Clausnitz wird ein Bus mit Flüchtlingen angepöbelt. Ein Wort zum Sonntag? Die Merkel-Wähler wenden sich von Merkel ab und der Deutsche Schäferhund wird wieder beliebter. Ein Wort zum Sonntag? Es werden ungemütlichere Zeiten.