Nacht in Paris #2

Baudelaires Sterne nicht gefunden beim

Gang durch die Stadt, Wolken, nichts als

Wolken am Firmament, nicht geliebt diese

Wolken, nicht geliebt, wollt die Sterne

erblicken über den Straßen von Paris.

Verloren. In der Dunkelheit.

Verloren. Schwarz der Himmel. Pechrabenschwarz.

Durchs Mark zieht das Geheuel

der Wölfe. Die Sterne

nicht gefunden.

wenn die nacht am tiefsten ist #3


wenn die nacht am tiefsten ist, nicht enden wollend

schon früh gehen wir zur ruh, die sonn´ 

wendet sich, welch vermessen, nimmt sie doch 

nicht ihren lauf

wenn die nacht am tiefsten ist, die lichter brennen

gegen das dunkle an, auf der ofenbank

gewärmt die neuesten wörter zwischen dem knisternden

holz und der heißen glut

wenn die nacht am tiefsten ist, die schweren 

schuh des wanderers zum wärmen,  das gesammelte 

schweigen wäre gold wert,  heinrich böll kam

nur bis sparta, der engel schweigt

wenn die nacht am tiefsten ist

lichterfest

chanukkia-leuchter frisch poliert,  bald 

beginnen würde das lichterfest, schwer

gefüllte einkaufstüten füllen die straßenbahn

schwere nebelwolken drücken auf die

häuserdächer, weihnachtsmänner vom

studentenwerk haben ihre mützen längst

verloren,  unendlich lang schien die nacht 

der wintersonnenwende, kahle bäume

stieren dich an, bald beginnen würde das

lichterfest, neu der tempel errichtet

auf der wiese blühen keine krokusse

am fenster grüßt dich der christstern

bald beginnen würde, bald

vier tage vor weihnachten


die fleischerhaken im kühltransporter
leer, murmeltiere haben das weite
gesucht, verrutscht der wörter hall,
keine milch gibt heut die ziege, ein
lächeln läuft über dein gesicht
blätter verloren im dezembersturm
die buchenhecke, längst entzweigerissen
dein herz, verflogen im föhn der tage, im
regal des vorratkellers die ernte
des mirabellenbaumes unaufgeräumt
stapeln sich die blätter, die
morgengymnastikfindet täglich
im kopf statt