
Hoher Dom zu Augsburg


kurz geschnitten der liguster. umkurvt
hast du die löcher im asphalt, nelken
längst verwelkt, aufgebrochen sind die
sommervögel, deine strähnen aus der stirn
christbaumkugeln rollen aus den regalen
der weggeblasene nebel liegt im keller
und wartet auf auferstehung. längst
weggespült hat der fluss den sommer

das tor des garten gesucht
schritte auf schritte auf dem beschädigtem
asphalt, und dieser garten eden, wo die
tränen der glückseligkeit geweint
lerchengesang im gestrüpp, ins feuer
geworfen die esskastanien, lang lag
der nebel über dem land, unsere händen
in den wintermanteltaschen, verhallt die
geräusche der motoren, abgeräumt der acker
tiefe furchen gezogen
das tor des garten gesucht
der frühe schnee fraß die rosen, umgeknickte
sonnenblumen weinten um den sommer, übermütige
kinder beim schneemannbauen
wolkenverhangenes firmament
über jeden tropfen freute sich der
fluss, gefüllt der samowar, in athen keine
eulen, nach tula ist die reise weit
bitterkeit in der frühe
das ende des buches hinausgezögert
hufe schwingende zugvögel
längst das weite gesucht

später kommen die gestirne zu uns, später
noch breitet die linde über uns ihr dach
überschlagen sich unsere zungen vor glück
später, später laufen wir über die alte allee, die
gesammelten blumen in deiner hand, später
wirst du sie zwischen bücher pressen, laut
juchzt das alte klavier, dein notizbuch wird
voll werden heute nacht, später, später
wir werden liegen engumschlungen, später
wenn die gestirne kommen zu uns
später


die jäger gehen ohne beute heim
fasanen laufen nicht über die felder
maisernter erwischt immer wieder ein reh
die zunge rot gefärbt von den letzten himbeeren
heruntergefallene nüsse haben ihre
schützende hülle verloren, eilig laufen die
liebenden nach hause, auf dem herd
kocht eine suppe, basteln die kinder
am drachen, wenn wind kommt, wollen sie
bereit, wolken am himmel lassen
sich noch, vivaldis concerto grosso
tanzt über die auen
ohne beute heim
heim