
Schaufenster in Radda


Meine Fresse lachte im Morgenspiegel, Postkarten
haufenweise im Briefkasten versenkt, der Kaffee
fließt direkt ins kalte Blut, Furchen auf der
Stirn verschwinden deswegen nicht, am Fenster
gegenüber Rippenunterhemd über Tattoo, vor der
Haustüre das tiefergelegte Prachtstück, frisch poliert
sein Besitzer übt sich gerade in Kickboxen, der Makler
sprach von nicht vorhandenen Filetstücken, der Hausputz
klafft auseinander, im Kühlschrank Bierdosen, altes
Brot, Dosen von Hundefutter gibt es reichlich, auf dem
Fußboden leere Wodkaflaschen von der Nacht, Russendisco
daheim, ohne Musik, Stille. Nur Stille.





kein morgengrauen in sicht
den morgentau haben wir durchwandert, ozeane
des glücks durchschwommen, die
engel schlagen geschwind ihre flügel
moreaus augenschlag, der sehnsucht
hinterhergelaufen, die straßen der stadt
umgibt die sünde, kein morgengrauen in sicht
Wer von Resonanzen/Korrespondenzen noch ein Rezensionsexemplar benötigt, kann sich gerne an mich oder auch gleich an den Passagenverlag wenden!
noch halten wir die zeit fest
über den gleisen fegt der wind
in kirschs garten keinen
holunder gefunden, längst verlaufen
haben wir uns im bücherlabyrinth
gegen die hitze der nacht kein entrinnen
ermattet liegen wir am grünen see
der schwarze himmel türmt sich
auf, große regentropfen werden uns
heimbegleiten, später, noch halten
wir die zeit fest, bewegen uns nicht
nur der himmel wird finsterer, wenn
der wind aufbraust, schwingen wir
uns aufs rad. dann.
noch halten wir die zeit fest
noch