voller Ungeduld #2

v

der hölzerne steg führte

weit aufs wasser, die möwen

schrien ein lied uns ins ohr

ungeduldig.

segelboote lagen am ufer in

wartestellung, noch wagten

sich wenige hinaus, badende

ungeduldig.

übten noch in der halle für den

kühlen sprung, sonnenmilchverkäufer

hatten ihre regale gefüllt. 

ungeduldig.

der fischer räucherte seine renken, die zart 

belaubten bäume spenden schatten

ungeduldig warten wir auf den sommer.

ungeduldig.

Radfahrer haben die Müdigkeit #2

R

Die Banalitäten füllen Mülleimer, der

Frühling ist nichts für Angsthasen. Rollerfahrer

knattern gegen den Vogelgesang, die

Rollatorfahrer haben einen Gang zugelegt.

Der Junge bläst mit seinem

Saxofon den Nachbar den Marsch, entstaubte

Gießkannen tragen Wasser. Radfahrer

haben die Müdigkeit nur noch nicht entdeckt.

Das Cabrio hängt längst am Brenner fest.

Akkurat verrichtet der warmgelaufene

Rasenmäher seinen Dienst, die frisch Verliebten

küssen sich vor der Gelateria. 

kirschblütenzeit


in der kirschblütenzeit 

vergnügt die kinder 

schaukeln und rutschen  

in der kirschblütenzeit 

vergnügt die kinder

werfen den ball

schreien aus  vollem hals

in der kirschblütenzeit 

vergnügt die kinder 

rufen den sommer

reif werden sollen die kirschen

die roten früchte vom baume holen

in der kirschblütenzeit 

vergnügt die kinder 

das wasser fließt hinab #2

auf dem rad. auf dem rad fliegt die 

landschaft dahin. der fluss schiebt steine

vor sich her. dort und hier ein specht.

bei der arbeit. bei der arbeit sind die 

sperlinge. das kalte wasser lädt nicht ein. 

flussaufwärts fester in die pedalen.

eingezwängt. eingezwängt in ein künstliches 

bett bleibt dem fluss keine luft. gerne würde

schleifen er drehen. 

ab und an. ab und an springt eine bachforelle 

dem angler davon. der giersch spannt

seine wurzeln aus. 

endet die fahrt. endet die fahrt, die vögel 

sind noch nicht müde. das wasser fließt

hinab. fließt.