warten

winter ein ereignisloses 

versprechen, schneemänner

warten im eisschrank auf ihren

auftritt, gerne bei uns geblieben

die störche, knie an knie sitzen

wir vor dem fenster, wartend auf

den schneestern,  auf den frühling

wartend, persephone, satt der

sonnenlosen welt, knie an knie

winternachmittag

tot die amsel

im straßengraben

blut fließt aus ihrem

schädel, weißer

schnee bildet ihr grab

züge der nacht #2

züge der nacht reisen ins 

nirgendwo, das gekritzel des 

reisenden kann kaum noch

entziffert werden, taxis am 

bahnhof mangelware, heute 

kommt niemand mehr fort, der

sternhagelvolle mond leuchtet 

schummrig, unerträglich der 

gesang im wirtshaus, schnell

ins bett, die decke über den 

kopf ziehen, nicht mehr weiß 

der schnee, nicht mehr weiß

blumen nicht

blumen nicht, herausgewürgte 

liebehudeleien, zu boden

gefallen läuft das glück in

schnellen schritten davon, januarfrost

ist dir ins gesicht geschrieben

fensterläden, taubenblau, längst

geschlossen, blumen nicht

lechauen hinabgerutscht

schwarze wolkenungeheuer sitzen

uns im genick, todesangst begraben

unter der alten eiche, trägt fort der

fluss die alten steine, nicht zu

lässt der winter die blumen