Nur die Radwege zu schmal #2

Auch während der Wiesn-Zeit kann München wie immer sein. Hier und da eine Tracht mehr, aber sonst? Franz war in Schwabing gewesen, Café Jasmin. Alles wie immer. Kaffee getrunken. Geratscht. Ein wenig sich im Sessel gefläzt. Auf die Straße geschaut. Notizen gemacht. Über einen Text nachgedacht. Korrektur gelesen. Die Augustenstraße war wie immer. Eng. Viele Autos. Hier und da eine Baustelle. Kinderwagen wurden in den Drogeriemarkt geschoben. Mütter vertrieben ihre Zeit. Die Mittagsgerichte waren hier und da vegan. Die SUVs kamen gut voran. Nur die Radwege zu schmal. Touristen nicht zu sehen. Später noch ein paar Buchhandlungen abgeklappert. In der Stabi gewesen. Immer auf der Suche. Nach Ideen. Guten Stoff. Futter. Franz mied die Fußgängerzone, den Hauptbahnhof. Machte um den Festplatz einen Bogen, wenn er selber nicht hinging.

verloren die spuren des sommers #2


verloren die spuren des
sommers, frierend stehen die
sonnenblumen zwischen den
anemonen


verloren, der wind peitscht
die wolken voran, freibäder
verweist, nur hier und da
kämpfen radfahrer gegen die
boen des windes


verloren die spuren, kalt das
fleisch des pfirsichs


die kornelkirschen grüßen rot
gegen den regen, das lila der
astern steigt auf, verloren der
sommer, verloren

zwischen den astern #3


zwischen den astern, trübe
tage werden kommen, die
feuchtigkeit der nacht


letzte blüten, dunkelrote
sonne, ihr winterfutter suchend
totgefahren auf der straße das


eichhörnchen, die letzten
warmen sommerstunden

davon fliegen die vögel


zwischen den astern, trübe
tage werden kommen
zwischen den astern