ankunft in arles #2

als jean ankam in arles, mit dem zug am bahnhof, er suchte seine zimmer auf, es war früher morgen, nebel lag über der stadt. er machte sich frisch, zog neue kleider an, legte sich kurz auf das bett, um dann in einem café ein frühstück einzunehmen, ein kleines, ortsübliches. Entlang lief die rhone, so schön roch sie nach dem meer, das noch nicht erreichte, erzählte geschichten voller sehnsucht. ins zentrum er ging, umrundete die arena, ein relikt der römer, amphitheater. kaufte eine karte für den abend. stierkampf in der arena. Keine gladiatoren. stiere. van gogh war schon lange nicht mehr hier. grosse ferias. aufregung in der kleinen stadt. hitze und aufregung. der abend kam schnell, er war froh unter den menschen zu sein, gefüllt die arena. auf weißen pferden die reiter ritten herein, die stiere bunt geschmückt. fern der einsamkeit freute er sich,
die fremden neben ihm freuten sich. gladiatoren waren keine da, van gogh schon lange nicht mehr hier gewesen. morgen wollte er zum meer. morgen.

Werther verrannt #2

Werther verrannt.
Der Paartherapeut
hätte reichlich Arbeit gehabt.

Verrannt.
Die Langsamkeit der Post
nervenaufreibend. Das Brot teilen
hatte ihn in den Bann gezogen.

Verrannt. Werther.
Der Leidenschaft sich
hingegeben.

Wann fuhr der nächste Zug? #2

Wenn Franz keine Einfälle hatte, fuhr er gern zum Bahnhof. Er mochte das Treiben. Die Pendler. Die Fernreisenden. Am liebsten die Urlauber mit Rucksack. Er kaufte sich dann eine Zeitung, trank einen Kaffee. Manchmal auch zwei. Beobachtete dabei die Menschen. Schaute sich Fahrpläne an. Wann fuhr der nächste Zug nach Paris? Nach Rom? Nach Budapest? Es gab auch Tage, da stieg er in einen Zug ein. Lies sich treiben. Fuhr irgendwo hin. Meist mit dem Bayern-Ticket. Gern nach Bregenz. Manchmal auch Salzburg. Wenn er gerade gut bei Kasse hatte, auch für ein paar Tage nach Florenz oder Rom. Frühling in Italien gefiel ihm. Verbesserte seine Laune schlagartig. Am liebsten war er mit einem Rucksack unterwegs. Mochte keine Rollkoffer. Brauchte nicht viel. Der Kaffee am Bahnhof schmeckte ihm gut. Roch nach Italien. Redete mit der Bedienung ein paar Wörter. Fast wie Urlaub. Franz liebte seine Sehnsucht.