In Katowice hatte es Arbeit gegeben. Drum war seine Familie hergezogen. Sein Vater hatte Stahl gekocht. Boleslaw wohnt mit seiner Frau in Superjednostka. Einem riesigen Hochhauskomplex. In der 13. Etage. Plattenbau. Schon seit dreißig Jahren lebt er hier. Früher mit seinen Eltern. Dann eine eigene Wohnung. Das Haus ist wie eine eigene Stadt. Hier kennt nicht jeder jeden. Nebenan ist der Spodek. Da ist oft was los. Nach der Arbeit schaut er dort manchmal vorbei. Konzerte. Sport. Er könnte fortziehen von hier. Hätte genug Geld. Ist Ingenieur geworden. Sein Vater ist mächtig stolz auf ihn. Er hat es geschafft. Gute Ausbildung. Hat in Katowice studiert. War am einfachsten. Hatte daheim gewohnt. Seine Freundin hatte ein Zimmer im Studentenwohnheim gehabt. Klein. Doch dort konnten sie ungestört sein. Jetzt war er schon lange verheiratet. Kinder hatten sie keine. Sie hätten schon gewollt. Seine Frau war Ärztin im Krankenhaus. Hatte oft am Wochenende Bereitschaft. Dann ging Boleslaw gern mit Freunden in die Arena. Geldsorgen hatte er nicht. Lebte gern in Katowice. Die Luft wurde auch immer besser.
Allgemein
Morgenacker

Ninive #2
Der Walfisch hatte ihn schon lange ausgespuckt
auf der Flut vor Ninive den Zorn hervorgerufen
starrköpfig gewesen, die Plagen kamen später
wieder, als hätte er es geahnt, die Olivenzeige
umsonst geschwenkt, das Alter schützt vor Gefahren
nicht, die Sintflut kam allenthalben, Istar schaut schon
lange nicht mehr auf ihre Stadt, Dohlen und Eulen fliegen
über sie, wo sind die Tröster hin?
Weißer Elefant #2
Ob Feuerwehrwagen oder ein stolzes
Pferd, oder dann und wann ein weißer
Elefant. Die Kinder rannten geschwind auf
das Karussell, die Zuckerwatte wehte hinterher.
Die Jungs, die Mädchen, kein Halten mehr,
drehte sich im Kreis ein um das andere mal, bunte
Sterne über ihnen, die Schule weit, die Ferien
schienen ewig, aus den Lautsprechern ertönte
schrille Musik. Und dann und wann ein weißer Elefant.
Wenn der Morgen kommt…

Februarmorgen

Glaspalast Augsburg

Anselm Kiefer im Glaspalast

Rothko

Warszawa: Andrzej #2
Die Winter waren voller Nebel und Schnee. Kalt der Fluss. Manchmal ging Andrzej auch im Winter zum Fischen. Mochte die Ruhe. Die Natur. Arbeitete im Muzeum Powstania Warszawskiego. Im gefiel die Arbeit. Das Museum war ihm wichtig. Der Aufstand erfüllte ihn mit Stolz. Auch wenn der Warschauer Aufstand gescheitert war. Sie hatten sich gewehrt. Gegen Hitler. Gegen die Nazis. Zu wenig Hilfe hatte es gegeben. Zwei Monate hatte die polnische Armee und die Bevölkerung gegen Wehrmacht und SS gekämpft. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Warszawa zerstört. An der Bevölkerung ein Massaker verrichtet. Doch die Polen waren stolz auf diesen Aufstand. Andrzej lebte in der Altstadt. Sie war ihm wichtig. Sie war komplett zerstört worden. Und ist wieder aufgebaut worden. Sie lebte wieder. Auch wenn sie nicht so schön wie vorher war. Er lebte dort. Und Warszawa lebte wieder. Darauf war er stolz. Und arbeitete gern im Museum. Im Winter ging er gerne zum Fischen. Die Kälte konnte ihm nichts anhaben. Damals war sein Großvater gefallen.