Herbst

Nicht die Kunst treibt den Bäumen das Herbstlaub rasch hinab
Golden liegen die Blätter verteilt auf den nassen
Wegen. Emsig die Studenten in den Kunstklassen
sitzen. Die Natur reißt die bunte Kunst rasch bergab.

Bemühungen verlaufen im Sand der Geschichte.
Fortgetrieben vom rauen Fluss der Fleiß der Dünen.
Die alten Götter spielen auf den großen Bühnen.
Der stolze Künstler dreht sich im eiskalten Lichte.

Sauber wäscht das dunkle Meer den zugemüllten Strand.
Falte auf Falte bildet sich die neue Landschaft.
Schwer der Kopf des Künstlers, müde liegt die alte Hand

zwischen den vielen Farben. Kahl die große Linde
in den Auen, die Laune am Abend wechselhaft.
Davon fliegen schnell die Kraniche durch die Winde.

Gesang

Nicht mehr singt Orpheus, Bäume längst abgeholzt, Vögel
haben sich ein neues Zuhause gesucht, Futter
finden sie hier nicht mehr. Tränen brachte der Sommer.
Den Waldarbeitern nimmst du die Arbeit nicht übel.

Das Geröhr verstummt, Laubbläser singen in höchsten
Tönen, dein Herz fliegt mit den grauen Wolken davon.
Verschlossen die Häuser, erwischst nicht mehr den Waggon.
Davon fährt der Zug in den schon bitterkalten Osten.

Ermattet dein Leib, die toten Blätter tanzen schnell
über die Straße, fern die geliebte Stadt, es regnet
große Katzen, die Straßenlaternen leuchten grell.

Entspannt deine Ohren nach Mitternacht, morgen kommt
kein Wolf mehr, ein singender Gott ist dir begegnet.
Schnell öffnest du, mit deinen Händen, die Himmelsfront.

Italien fern

Längst Rom verlassen, die Kaiser nicht mehr zugegen
Paläste und Kirchen der Pest anheimgefallen.
Am Tiber der Fischer nichts gefangen, Markthallen
Gefüllt mit Obst des Sommers, dann Novemberregen.

Vergangen die dumpfen Kriege des Vaterlandes
Verfallen die Gebeine der Veteranen in
tiefer Nacht, die Sonne des Südens nicht Hüterin
ausgetrunken bereits die Getränke des Cafés.

Der Seelen Schatten zwischen Pest und Flut begraben
Von den Alleebäumen krächzen die alten Raben
Verloren dein Lachen, Vergehen will nicht die Nacht.

Der Fingerzeig Gottes streift deinen steinigen Weg
Die Asche von deinem Haupt liegt verstreut auf dem Steg
Leis das Wasser, am Firmament stolz die Sternenpracht.

Mittag

Längst gedeckt der lange Mittagstisch im Haus.
Die leeren Äcker erzählen vom Sommer,
längst vergangen, verflogen die Fledermaus.
Kommt zur Tafel, Freunde, der Tag nicht frommer

wird. Bereit längst die heiße Kürbissuppe,
lila Astern noch strahlen vor dem Fenster.
Kürzer die Tage, verloren die Sonn`, schnuppe
dir die Träume des August, verborgenster.

Weitergezogen in den Süden die
Störche längst, von Schneeangst getrieben, Mühsal
aufgenommen sich, als wollte nicht enden nie.

Geborsten voll die Teller, der tiefrote
Wein, über die Felder weht kein Mistral.
Im Gebeinhaus des Dorfes liegt der Tote.