Nicht durch das Dorf getragen

Nicht durch das Dorf getragen

wird die Monstranz, verdunkelt

schien der Mond der Juliana, Salut

nicht geschossen am frühen Morgen

grauer Juniregen legte sich auf die

Häupter, am Wegesrand versammelten

sich die Schnecken, begleitet vom

Gesang der Frösche, als würde Blut

raustropfen, als würde, gebrochen,

Frondienste geleistet, vom Kochelsee

Her schallen die Motoren laut

wien

die bäume blühen wieder im prater

schnittlauch und thymian treiben auch

blüten aus. mit seinen großen flügeln

sucht der wasserrabe seine mahlzeit. noch

ahnt die renke nichts von der gefahr. wellen

aufgeworfen hat der wind. auch der wein

blüht längst in wien. still stehen die

karussells. die pferde drehen sich nicht im kreise.

leuchtende geranien auf dem balkone. warhol

wartet in der albertina. längst dreht sich das

riesenrad. als blühten die bäume

wieder. als. der kormoran ist längst gelandet.

aurelie

taugenichts sich als glücklichen menschen

vorstellen, regenwolken vom fenster

verschieben, das pfingstwunder verschlafen.

die nassen hunde suchen das weite, vergebens

warte ich auf einen regenbogen. geschwind

nähert sich die kirschenzeit. schauer über

schauer über die häupter, raphael ist dem

besucheransturm nicht gewachsen, zu boden

gedrückt von der wasserlast die blüten der rose

taugenichts sich als glücklichen, mit der geige

in der hand übers land, ach, aurelie

waldkauz

die teufelsglocken läuteten über

lenggries. weggeflogen das pfaffenkäpple

in ein tiefes blau über gingen die akeleien.

maria zur ehr. auf der alm wurde keine

butter mehr gerührt. butterfass verräumt.

beseelt. verloren.

neugierig schaute der waldkauz ins fenster

rein. geräuschlos sein flügelschlag gewesen.

aristophanes hatte die eulen geliebt. der

nachtflug nach athen gecancelt.