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Die saubere Badewanne

Der eine badete gerne lau, der andere sagte dies. So ist die Badewanne Politik. Oder doch nur eine Badewanne. Oder Kunst. So nahm Beuys eine alte Wanne, eine alte Badewanne, aus Email, eine alte Babybadewanne, zu waschen den Babypopo, nahm Beuys eine alte Wanne und stellt sie aus. Ein wenig verändert, schikaniert, misshandelt, verpackt, verfremdet durch Beuys, denn der nahm Heftpflaster und Fett, Mullbinden und Kupferdraht für diese alte Babywanne und stellte sie, aus stellte er sie, als Kunstobjekt aus in der Akademie zu Düsseldorf. Und als machte die SPD ein Fest, nein, nicht in der Badewanne und als machte die SPD ein Fest, der eine badete gerne lau, in Leverkusen, wo sich die Wanne gerade befand, weil sie wartete, auf ihren großen Auftritt wartete, zwischen Bayer und Leverkusen, da machte die SPD ein Fest und weil die Gläser vom vielen Trinken schmutzig waren, säuberten zwei nette Damen die alte Wanne, befreiten sie von Mull und Fett und schrubbten und schrubbten und Dank ATA sie wurde weiß wie Schnee, so rein und sauber wie noch nie.Gründlich und rein, so war die Wanne und die Kunst dahin.

Joseph Beuys, Die Badewanne

Jeder kriegt sein Fett weg

Jeder kriegt sein Fett weg. Jeder. Auch Beuys. Mit Ata. Das Scheuermittel für alle schwierigen Fälle. Jeder kriegt sein Fett. Weg damit. Mit Ata. Was Kunst ist, ist klar. Jeder ist ein Künstler. Und Kunst kommt von können. Jeder kriegt sein Fett weg. Jeder hat das Recht, jeder, sich in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern, jeder, sagt schon das Grundgesetz, sagt schon Art. 5 Abs. 3 GG. Jeder. Jeder ist ein Künstler. Sagt schon das Grundgesetz. Wussten das die Väter des Grundgesetzes? Das jeder ein Künstler ist? 1982 hat Beuys in einer Ecke seines Ateliers in der Düsseldorfer Kunstakademie Butter verschmiert, einfach so, 5 Kilo Butter. Ein riesiges Butterbrot. Nur ohne Brot. Ein fetter Haufen. Jeder ist ein Künstler. Fett ist Kunst, fette Kunst. 1986, Beuys war verstorben, entsorgte ein fleißiger Hausmeister endlich das Fett. Die alte Butter. Längst mehr als ranzig. Das alte Butterbrot ohne Brot. 9 Monate nach Beuys Tod. Aufgeräumt. Saubergemacht. Bestimmt mit Ata. Dem Wunderscheuermittel. Völlig zerstört, das fette Kunstwerk völlig zerstört. Die geretteten Reste des Kunstwerks, in einem profanem Mülleimer entsorgt gewesen, wurde später zu Schnaps destilliert. Ranziger Butterschnaps. Ein fettes Kunstwerk, ein fettes Ende. Teure Butter. Juristischer Streitwert für 5 Kilo Butter: 40.000 DM. Ein stolzer Preis. Ein fettes Kunstwerk.

Joseph Beuys, Fettecke