Die Bilder des Grauens, wir haben sie gesehen, die Bilder des Grauens, aus Dachau, Flossenbürg, aus Mauthausen und Majdanek, ob Ravensbrück oder Sachsenhausen. Die Bilder des Grauens, wir kennen sie. Wo die Menschen zu Nummern wurden, die Würde genommen wurde. Wir kennen die Wachtürme, die Zäune, die Baracken, die Güterwagons der Deutschen Reichsbahn, die Schornsteine, die Krematorien, die kahl geschorenen Köpfe, die leeren Koffer, die ausgerissenen Goldzähne und die Häftlingskleidung. Die Bilder des Grauens. Aus Stutthof, Bergen-Belsen, aus Buchenwald und aus Auschwitz-Birkenau. Die Bilder der Tortur, die Bilder der Qual, die Bilder der Vernichtung. Übermalt hat Gerhard Richter vier Bilder, vier Bilder aus Auschwitz-Birkenau.Vier Bilder, gemacht von einem jüdischen Sonderkommando, übermalt, das Grauen, sichtbar machend das Unmenschliche.
Gerhard Richter, Birkenau(937, 1-4), 2014
Mein Sohn war in dieser Woche in Auschwitz/Birkenau.
Gut, dass er sich selbst ein Bild gemacht von dem, zu was Menschen fähig sein können.
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Hört bloss auf zu palavern, dass endlich über den Naziterror zu reden, zeigen und erinnern aufgehört werden müsse. Nichts ist vergangen. Danke für den Beitrag!
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Die Bilder von Richter wirken mit ihren Übermalungen auf die Phantasie statt auf die Ratio, verursachen mehr Grauen als Gruseln, mehr Empathie als Information, heben Distanz und Zeit auf.
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Habe Richters Bilder noch nicht gesehen, bin gespannt – und: Schön, dass so ein deutsches Malerurgestein dieses Thema wählt!
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zumindest ein sehr fleißiger Künstler
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Übermalen macht die Sache auch nicht besser. Ich sehe mir lieber das Original an, denn das war die Realität.
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Ich muss mal wieder Borowski lesen. „Bei uns in Auschwitz“. Wirkt bei mir mehr als jedes Bild. Kann ich nur empfehlen.
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