Auch die Droste saß schon unter einer Linde und lauschte, den Vögelein lauschte, ihrem feinen Zirpen, im Mai war es als saß, die Droste unter einem Lindenbaume, die Schmetterlinge kreisten, ums Haar ihr kreisten, sie saß versteckt im Strauche und blickte und lauschte, voller Neugierde auf die Welt und sah der Liebe zu und sah. Doch tandaradei, tandaradei, schon vorher der Walther unter einer Linde saß. Und sang die Nachtigall, tandaradei, schön sang sie, schön, auf Blumen und Wiesen, unter der Linde, gewesen derer zweier Bette und küssten sich und küssten, den Mund ganz rot. Verschwiegen, verschwiegen, die Nachtigall.
Annette von Droste-Hülshoff, Unter der Linde
Walther von der Vogelweide, Under der Linden
Meine Oma Frieda – sie wird hier eher unbekannt sein – hatte, tanderadei, Lindgrün als ihre Lieblingsfarbe erkoren.
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eine gute Oma, Lindgrün, ganz bestimmt
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Als Junge habe ich sie oft nicht verstanden. Da lagen nun fünfzig Jahre zwischen uns. Spät beginne ich sie zu schätzen. Diese Dame war mit einigen Wassern gewaschen 🙂
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50 Jahre ist eher eine knappe Zeitspanne, das Schätzen kommt manchmal leider erst später…
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