Eselpfade

Die alten Eselspfade rauf in das Bergdorf,
mühsam in der Hitze des Tages. Das frühe
Aufstehen lohnt, die Steine liegen gern
im Weg des ungeübten Wanderers. Für Wochen
hier oben Quartier genommen, kein Handy-Empfang,
kein Wlan-Netz im Haus. Im Dorf stürzen schwarz
verhüllte Frauen auf uns zu und wollen
bestaunen, die Fremden, uns. Sie bieten
Hühner an, noch lebende, bestimmt sehr
schmackhaft, wenig fett, garantiert keine
Massentierhaltung. Kein Wort verstehen wir,
ohne Hühner freuen wir uns auf die Kühle des Hauses.
Wasser gibt es am Brunnen. Kalamata ist nicht
weit und doch, es scheint Jahrhunderte entfernt.
Esel sieht man auch, hin und wieder, beladen
mit dies und das. Eile hat kein Esel, hat
keiner hier. Die jungen Bewohner sind längst
in die Stadt gezogen, auf dem Berg ist
das Leben viel zu beschwerlich für sie.
Fremde werden kommen und das Dorf erneuern.
Noch stehen hier Ruinen herum. Doch der
Blick aufs Meer ist viel zu schön für Ruinen.

9 Gedanken zu “Eselpfade

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