Im Sommer gibt es gar sonderliche Früchte im Garten zu essen. Nicht nur süße. Stachelbeeren z. B. Franz aß sie gerne, diese sauren Früchte, die die Vögel, anders als die süßen Kirchen, gerne am Ast hängen ließen. Viele hatte er nicht im Garten, doch genug, um immer wieder eine Hand voll davon essen zu können. Weit verbreitet und doch wenig geliebt. Erdbeeren gibt es überall an jeder Ecke in lustigen Erdbeerhäusern zu kaufen, aber ein Stachelbeerhaus? Hatte er nie gesehen. Marmelade kochte Franz gerne aus den Beeren, die am Strauch noch übrig blieben. Da zog sich der Mund weniger zusammen. Sein Großvater hatte früher gerne auch Kompott daraus gemacht, doch Kompott ist auch aus der Zeit gefallen.
Monat: Juni 2019
Langsam gehen die 🍒 Kirschen ins dunkle Rot

auf der faulen haut #2
zerfledertes stroh auf der chaussee
milch der frühen tage schwimmt auf dem see
uns grüßt ein fisch aus der tiefe
auf der faulen haut
der brombeeren stacheln bohren sich in
unsere haut, ihr schwarzes blut färbt uns lila
auf der faulen haut, rücken an rücken
küsse wie bisse
in unseren ohren liegt der gesang der
möwen, später liegen wir auf
der faulen haut, rücken an rücken
die münder wund
Eine Rose ist eine Rose

das gepäck der reisenden nicht schwer #2
das sternenzelt in
bewegung, der abendstern
längst aufgegangen
nicht schwer das gepäck der reisenden
die träume der liebenden
unendlich, mageriten
zieren die wiese
frühling kehrt wieder
zur nacht die vögel gesungen
das gepäck der reisenden nicht schwer
noch weit der weg
durch die dunkelheit
längst aufgegangen der abendstern
ankunft in arles #2
als jean ankam in arles, mit dem zug am bahnhof, er suchte seine zimmer auf, es war früher morgen, nebel lag über der stadt. er machte sich frisch, zog neue kleider an, legte sich kurz auf das bett, um dann in einem café ein frühstück einzunehmen, ein kleines, ortsübliches. Entlang lief die rhone, so schön roch sie nach dem meer, das noch nicht erreichte, erzählte geschichten voller sehnsucht. ins zentrum er ging, umrundete die arena, ein relikt der römer, amphitheater. kaufte eine karte für den abend. stierkampf in der arena. Keine gladiatoren. stiere. van gogh war schon lange nicht mehr hier. grosse ferias. aufregung in der kleinen stadt. hitze und aufregung. der abend kam schnell, er war froh unter den menschen zu sein, gefüllt die arena. auf weißen pferden die reiter ritten herein, die stiere bunt geschmückt. fern der einsamkeit freute er sich,
die fremden neben ihm freuten sich. gladiatoren waren keine da, van gogh schon lange nicht mehr hier gewesen. morgen wollte er zum meer. morgen.
Kommt der Zug bald?

Die Farbe Blau ist zu schön…

Sommer in der Stadt
