pfefferminztee am nachmittag, nasser dezembertag mit aufgerissenem himmel. am abend roter schein hinter schwarzen wolken. schneeferne wärme, der backofen wartet auf füllung, deine hände spielen auf dem klavier, vorbeifliegende küsse erheitern die luft, später risotto mit pilzen, tolstoi für den schnee. im keller liegt kein barolo, eine nasse brise fliegt um das haus, nackte bäume wiegen sich dahin. bachkantaten ohne kaffee. dein nacken färbt sich von den küssen.
Monat: Dezember 2019
Verloren im Nebel

adventskränze #2
des rheines lorelei die locken nicht geküsst, vorbei
rauscht der zug im fluge, matrazengruft unmodern
adventskränze in bunten farben liegen in der auslage
schneelandschaften begegnen uns nur im traume, uns
treibt die sehnsucht nach den bergen in den zug, einen
walzer wollen wir dort tanzen, später essen wir
käsefondue, das feuer im ofen wärmt unseren rücken
das himmelszelt strahlt bis in die küche
Raureif über dem Land

Kurz nach 7

Morgenstund

blinkende irrlichter
noch verträgst der fußboden keinen
christbaum , hölderlins birnen im keller
eingelagert, das zünglein an der
waage hat keinen ausschlag gegeben
längst durch die presse gejagt sind
die letzten äpfel, in der frühe grüßte
dich der erste frost durchs fenster
wang an wang trinken wir tee, schrill
kreischend zieht die straßenbahn ihre
erste schleife, müde gesichter hängen
an den fensterscheiben, blinkende
irrlichter vor mancher hütte
Sehet, die erste Kerze brennt
