erkroch aus pound

goethe in italien zitronenbäume

gesucht, pound sich ziemlich verirrt

und verwirrt, mussolini die stiefel

 

geleckt, die falschen reden gehalten

im radio, mit den schwarzhemden

herumgelaufen, verloren im dreck

 

überall nur wüstes land, april

is the cruelest month, goethe in

arkadien, nicht verlaufen

 

zitronen blüh´n haufenweise

doch erkroch aus pound

ein neuer sound

 

worte ins ohr

hortensien fast verblüht, auf

dem berg die kirche neu geweiht

heilige berge allenthalben

kürzere distanz zu gott

 

maiandachten perdu, eh

schlecht besucht, ein vater

unser noch auf dem weg nach

unten, der bergsee schimmert

 

türkis, in der hand zerrinnt es

klar, der nächste gipfel zu

weit, flügel haben wir noch

keine, über uns kreisen die

 

sommervögel, leise legen wir

uns die worte ins ohr, mit

schweren beinen sitzen wir

auf dem baumstamm

 

In der Metro

In der Metro: Tonnenweise Schinken

vom Regal rieselt Zucker

Pound wartet nicht an der Kasse

die wörter auf der Zunge

die wörter auf der zunge

fallen herunter, der hollunder

ballt seine weißen blüten,

verzehrt längst sind die

 

küchle, auch der sirup

eingekellert, wir badeten

im schwarzen weiher

in der hellen nacht wenig

 

schlaf gefunden, dein kuss

im nacken beendete die

schlafende schlaflosigkeit

wir ließen barfuß im haus

 

umher, suchten noch

immer die wörter, unsere

lippen fanden keine bei

ihren berührungen

ankunft in arles #2

als jean ankam in arles,

mit dem zug am bahnhof,

er suchte seine zimmer auf, es

war früher morgen, nebel lag

 

über der stadt, er machte sich frisch,

zog neue kleider an, legte sich

zur erholung kurz auf das

bett, um dann in einem café

 

ein frühstück einzunehmen, ein

kleines, ortsübliches. entlang

lief die rhone, so schön roch

sie nach dem meer, das noch nicht

 

erreichte, erzählte geschichten voller

sehnsucht. ins zentrum er ging,

umrundete die arena, ein relikt

der römerzeit, amphitheater.

kaufte eine karte für den abend.

 

stierkampf in der arena. keine

gladiatoren. stiere. van gogh

war schon lange nicht mehr hier.

grosse ferias. aufregung in der

 

kleinen stadt. hitze und aufregung.

der abend kam schnell, er war

froh unter den menschen zu sein,

gefüllt die arena, ein fest. auf

 

weißen pferden die reiter ritten

herein, die stiere bunt geschmückt.

fern der einsamkeit freute er sich,

die fremden neben ihm freuten sich.

 

gladiatoren waren keine da, van

gogh schon lange nicht mehr hier

gewesen. morgen wollte er zum meer.

morgen.

schmetterlinge aus dem kopf gejagt

das wissen abhanden

gekommen, lachend liegend

auf der wiese, die träume

vom himmel geholt, die

schmetterlinge aus dem kopf

gejagt, dein leerer bauch

heult mit meinem um die

wette, die sorgen in die

 

ecke gestellt kegeln wir

den berg hinunter

wörter der stille

in der fremden welt kein

empfang, welche getöse an

worten, keine botschaft

verstanden, doch ruhe auch,

will niemand mit mir sprechen,

muss kein wort des anderen

beantworten, stille im lärm,

mitten im taifun der fremden

sätze, der pazifik wirft das

wasser ans land, die berge

aufgetürmt, die zeichen an der

wand nicht lesbar

 

im reich der signifikanten

geht barthes umher, nur noch

mimik, gestik, fern die eigene

syntax, Wörter verhallen

 

 

Juninacht

Immer wieder fragte sich Franz, welchen Trainer die SPD hatte. Schalke warf den Trainer raus, Dortmund sowieso, Leverkusen erst recht. Wenn es nicht lief, schien die Trainerentlassung ein probates Mittel. Aber wer trainierte die SPD? Wieso sollte eigentlich Schulz jetzt die Tore liefern? Seltsam fand Franz schon, dass es bei Gabriel jetzt so gut lief. Kaum auf einer neuen Postion, schon besser den je. Aber Franz war ja nicht der Trainer der SPD. Aber hätte man Schulz nicht auf die Position hieven können? Außenminister schien doch ideal. Aber Merkel war nicht May und die deutsche Politik irgendwie langweilig. Franz ging lieber raus, setzte sich aufs Rad und fuhr in die lange Nacht. Juninächte waren so wunderbar hell. Lange musste Franz auf den Sternenhimmel warten. Aber er genoss die Zeit.

die birken am rand

der fluss trägt große mengen

des grollenden himmels, das

gewitter treibt die wandernden

voran, die sonne verborgen hinter

schwarzen wolken, die birken am

rand rascheln laut, die beine

schwer auf dem nassen weg, die

hütte noch weit, vereinelt

werden andere wanderer

angetroffen, zum verweilen

keine zeit, der giersch

zeigt sein weißes gewand

das gepäck der reisenden nicht schwer

das sternenzelt in

bewegung, der abenstern

längst aufgegangen, die

träume der liebenden

 

unendlich, die mageriten

zieren die wiese, der

frühling kehrt wieder,

zur nacht die vögel

 

gesungen, das gepäck

der reisenden nicht schwer

noch weit der weg

durch die dunkelheit