In der Kirschblütenzeit #2

In der Kirschblütenzeit
vergnügt die Kinder,
schaukeln und rutschen, 

werfen den Ball, schreien aus 
vollem Hals,rufen den Sommer,
reif werden sollen die Kirschen,

sie wollen die roten Früchte vom Baume holen.
Doch müssen die Kinder noch warten,
noch ist nicht Kirschenzeit.

Gänseblümchen #2

Das Glück liegt auf der Wiese, klein

und zart, Gartenbürstli, weiss,

das Gänseblümchen schön

zu schmecken es Geiss, Gäms und Ziege

 

Tausendschön, im Garten fein,

auf der Wiese, Luise, es lieben

die Bienen, Himmelsblume.

Wer zählte nicht der Blüten Blätter.

 

Sommerrösslein. Er liebt mich,

er liebt mich nicht, er liebt mich

und als trugest du einen

Kranz von Gänseblümchen,

 

mein Herz, es wollt zu dir

Müd die Augen blicken #2

Mit einem Ohr nur malte van Gogh

seinen Arzt, schwermütig, müde

sein Blick, mit einem Ohr nur malte,

als der Wahnsinn längst von ihm

 

nicht lassen wollte, seinen Arzt,

Dr. Gachet, erfüllt mit Melancholie,

der süßen schwermütigen Melodei.

Als hätten getauscht die Rollen, der

 

Arzt und der Patient, so malte van

Gogh, mit einem Ohr nur, seinen Arzt,

des Lebens müde, als malte er sich

 

selbst, als hätte er selbst noch

einmal beide Ohren. Müde die

Augen, blickend, ins Weite,

 

verloren der Blick.

Habseligkeiten

Eingepackt die ganzen

Habseligkeiten. Ach selig

mit den wenigen Dingen. Sind

es die letzten nach dem großen

Sturm? Abgeworfen der ganze Ballast?

Angekommen mit nur

ganz wenig Dingen?

Kommt die Glückseligkeit?

Hat das letzte Hemd keine Taschen

nicht, wer braucht schon

mehr? Als hätte der kleine

Junge seine Schätze aus der

Hosentasche ausgepackt.

Habseligkeiten.

Die Farbe #Kandinsky

In Murnau weilend,

Kandinsky, malte die Stadt,

die Häuser, die Menschen,

die Farbe fand, da wurden

die Häuser himmelblaurotorange

und knallgelbwiesengrün, da lebten

die Häuser und wurden Natur,

in gelbrotblaugrün und die Fenster

lachten dazu.  Da fand er den

Ausdruck.

Die Tulpen bekommen lange Hälse

Der Sommer schlägt den Winter

Ende März. Die Obstbäume drehen

sich im Sauseschritt. Die Tulpen

bekommen lange Hälse. Auf den

Parkbänken sitzt wieder das alte

Paar vom vergangenen Jahr.

Vergangen. Geblieben.

Die Liebe währet 70 Jahr.

Das graue Haar leuchtet stolz

in der Sonne. Die frisch  Verliebten

laufen auf den Händen Achterbahn.

Nach Nektar suchen fleißig die

Bienen. Verträumt liegt

der Hund in der Sonne.

Am Meer

Am Meer nur saß Heine,

verloren die Gedanken.

Abendrot war, das Wasser färbte

sich rot und röter, die Wellen gischten

gegen den Strand, die Flut kam näher.

Die Wellen erzählten eine schöne Melodey.

Von verlorenen Märchen und Fabeln,

von Schätzen und fernen Ländern.

Die Sehnsucht kommt bei dieser Melodey,

als lauschte den Märchen er und Sagen.

Am Meer nur saß Heine, Abendrot war,

die Wellen gischten gegen den Strand und

erzählten.

Lieferservice

Die Lokalitäten wurden nicht immer nur besser. Manche wurden einfach nur teurer. Anderer billiger. Oder immer schlechter. Pizzerien waren für das immer schlechter anfällig. Zumindest die Pizza auf Räder. Lieferservice. Wer ist dies bestellte, musste wenig Fantasie haben. Franz hatte durchaus Fantasie. Aber auch er wollte seine Fantasie nicht immer bemühen. Aber bei Pizzerien, die kein Restaurant betrieben, sondern nur Pizza auf Rädern auslieferten, bestellte er nicht. Er wollte schon das Gefühl haben, dass dieses Essen durchaus auch in einem Restaurant verkauft werden konnte. Die Küche, die eine Pizza herstellte, sollte schon aussehen wie eine Küche. Manche Hinterhofpizzabäckerei, die in einer fast abgebrochenen Ruine irgendwo am Ende der Stadt zu finden war, war für Franz zu abwegig. Vorurteile. Franz wusste, dass er sie hatte. Franz fand fast immer Zeit zum Kochen. Auch wenn die Lust manchmal gering war. Oder die Zeit. Meist war doch noch schnell etwas gemacht. Wenn Zeit und Lust zu mehr da war, dann sowieso. Lieferservice war nicht so sein Ding. Kein Vertrauen.

Rhein, Der II

Rhein, Der. Fluss der Deutschen. Grenzfluss. Entspringend der Schweiz. Kürzer als die Donau. Und doch, der Deutschen Fluss. Kämmte ihr Haar, Loreley. Schiffbar, Lastträger, der Rhein. Trägt viele Namen, der Rhein. Rein, Rhin, Rhäin, Rijn, durch viele Sprachen fließt er. Vater Rhein. Magst ruhig sein. Schon die Römer  ihn als Grenze nutzten. Und bauten, an seinem Ufer, nur links, die Römer, Siedlungen. Basel, Straßburg, Mainz, Koblenz, Neuss, Nimwegen, Utrecht, Leiden. Düsseldorf? Nein, Düsseldorf nicht. Liegt ja rechts. Musste noch warten. Manche Politiker schwammen hindurch. Die Menschen bauten Häfen und Atomkraftwerke in seiner Nähe. Besungen wurde er oft, der Rhein. Schon im Nibelungenlied. Was soll es bedeuten? Was? Ach Loreley. Schon ein Wal schwamm in ihm, dem deutschen Fluß. Umkämpft die Ufer, trennend Deutsche und Franzosen. Die Wacht am Rhein? Den Rhein hat Gursky in Düsseldorf, der Stadt, die nicht von den Römern gegründet wurde, am rechten Ufer liegt, fotografiert. Aber doch vom linken Ufer aus, von Oberkassel. Und zeigt den Rhein so grau und grün, kein Mensch zu sehen, kein Hund, kein Haus, nur grün und grau, der Deich und der Fluss. Der Horizont so grau wie der Fluss.  Verschwunden, wie von Geisterhand, das Kraftwerk. Nur Grau und Grün. Hier wacht niemand nicht. Lieb´ Vaterland?  Mit Sehnsucht und Verlangen.

Der blaue Morgen frohlockte

Am Morgen grüßten Franz die Ranunkeln. Es war ein kalter Morgen und doch, der blaue Himmel frohlockte. Es würde ein schöner Frühlingstag werden. Mit einem Kaffee ging Franz rasch an die Arbeit, er wollte die Morgenruhe genießen. Schnell hatte er zwei Seiten geschrieben. Es war eher ein Prosatext geworden. Die Form gewann nicht immer bei Franz. Oft schrieb er gedankenverloren vor sich hin, wusste nicht schon gleich, für was seine Gedanken gut sein würden. Setzte sich dann später hin und versuchte aus den Ideen einen Text zu formen. Strich, verband, korrigierte, schrieb dazu. Es gab aber auch Tage, da schrieb er Texte, die ihm gleich gefielen. Die konnte er dann erst später Korrektur lesen, überarbeiten oder aber sie blieben so, wie sie waren. Der Lektor war aber dennoch oft ein heikler Geselle. Fand immer noch was auszusetzen. Nach dem ersten Schreiben frühstückte Franz erst einmal. Später würde er sich mit Freunden treffen, um mit ihnen über seine Texte zu sprechen. Wollte sich ein wenig Lob abholen. Doch auch Anregungen bekommen. Schwungvoll stieg er aufs Rad.