Wenn Tulpen fliegen übers Land
in Rot und Gelb, die Vögeln bauen
ihre Nester, wenn Tulpen lächeln
in Holland, Tokio, in Mainz,
legt vor die Tür der Geliebte
die Blumen zart, wer kann
schon sprechen, wer, von der
Liebe viel.
Wenn Tulpen fliegen übers Land
in Rot und Gelb, die Vögeln bauen
ihre Nester, wenn Tulpen lächeln
in Holland, Tokio, in Mainz,
legt vor die Tür der Geliebte
die Blumen zart, wer kann
schon sprechen, wer, von der
Liebe viel.
In der Kirschblütenzeit
vergnügt die Kinder,
schaukeln und rutschen,
werfen den Ball, schreien aus
vollem Hals,rufen den Sommer,
reif werden sollen die Kirschen,
sie wollen die roten Früchte vom Baume holen.
Doch müssen die Kinder noch warten,
noch ist nicht Kirschenzeit.
Das Glück liegt auf der Wiese, klein
und zart, Gartenbürstli, weiss,
das Gänseblümchen schön
zu schmecken es Geiss, Gäms und Ziege
Tausendschön, im Garten fein,
auf der Wiese, Luise, es lieben
die Bienen, Himmelsblume.
Wer zählte nicht der Blüten Blätter.
Sommerrösslein. Er liebt mich,
er liebt mich nicht, er liebt mich
und als trugest du einen
Kranz von Gänseblümchen,
mein Herz, es wollt zu dir
Mit einem Ohr nur malte van Gogh
seinen Arzt, schwermütig, müde
sein Blick, mit einem Ohr nur malte,
als der Wahnsinn längst von ihm
nicht lassen wollte, seinen Arzt,
Dr. Gachet, erfüllt mit Melancholie,
der süßen schwermütigen Melodei.
Als hätten getauscht die Rollen, der
Arzt und der Patient, so malte van
Gogh, mit einem Ohr nur, seinen Arzt,
des Lebens müde, als malte er sich
selbst, als hätte er selbst noch
einmal beide Ohren. Müde die
Augen, blickend, ins Weite,
verloren der Blick.
Eingepackt die ganzen
Habseligkeiten. Ach selig
mit den wenigen Dingen. Sind
es die letzten nach dem großen
Sturm? Abgeworfen der ganze Ballast?
Angekommen mit nur
ganz wenig Dingen?
Kommt die Glückseligkeit?
Hat das letzte Hemd keine Taschen
nicht, wer braucht schon
mehr? Als hätte der kleine
Junge seine Schätze aus der
Hosentasche ausgepackt.
Habseligkeiten.
In Murnau weilend,
Kandinsky, malte die Stadt,
die Häuser, die Menschen,
die Farbe fand, da wurden
die Häuser himmelblaurotorange
und knallgelbwiesengrün, da lebten
die Häuser und wurden Natur,
in gelbrotblaugrün und die Fenster
lachten dazu. Da fand er den
Ausdruck.
Der Sommer schlägt den Winter
Ende März. Die Obstbäume drehen
sich im Sauseschritt. Die Tulpen
bekommen lange Hälse. Auf den
Parkbänken sitzt wieder das alte
Paar vom vergangenen Jahr.
Vergangen. Geblieben.
Die Liebe währet 70 Jahr.
Das graue Haar leuchtet stolz
in der Sonne. Die frisch Verliebten
laufen auf den Händen Achterbahn.
Nach Nektar suchen fleißig die
Bienen. Verträumt liegt
der Hund in der Sonne.
Am Meer nur saß Heine,
verloren die Gedanken.
Abendrot war, das Wasser färbte
sich rot und röter, die Wellen gischten
gegen den Strand, die Flut kam näher.
Die Wellen erzählten eine schöne Melodey.
Von verlorenen Märchen und Fabeln,
von Schätzen und fernen Ländern.
Die Sehnsucht kommt bei dieser Melodey,
als lauschte den Märchen er und Sagen.
Am Meer nur saß Heine, Abendrot war,
die Wellen gischten gegen den Strand und
erzählten.
Die Lokalitäten wurden nicht immer nur besser. Manche wurden einfach nur teurer. Anderer billiger. Oder immer schlechter. Pizzerien waren für das immer schlechter anfällig. Zumindest die Pizza auf Räder. Lieferservice. Wer ist dies bestellte, musste wenig Fantasie haben. Franz hatte durchaus Fantasie. Aber auch er wollte seine Fantasie nicht immer bemühen. Aber bei Pizzerien, die kein Restaurant betrieben, sondern nur Pizza auf Rädern auslieferten, bestellte er nicht. Er wollte schon das Gefühl haben, dass dieses Essen durchaus auch in einem Restaurant verkauft werden konnte. Die Küche, die eine Pizza herstellte, sollte schon aussehen wie eine Küche. Manche Hinterhofpizzabäckerei, die in einer fast abgebrochenen Ruine irgendwo am Ende der Stadt zu finden war, war für Franz zu abwegig. Vorurteile. Franz wusste, dass er sie hatte. Franz fand fast immer Zeit zum Kochen. Auch wenn die Lust manchmal gering war. Oder die Zeit. Meist war doch noch schnell etwas gemacht. Wenn Zeit und Lust zu mehr da war, dann sowieso. Lieferservice war nicht so sein Ding. Kein Vertrauen.
Rhein, Der. Fluss der Deutschen. Grenzfluss. Entspringend der Schweiz. Kürzer als die Donau. Und doch, der Deutschen Fluss. Kämmte ihr Haar, Loreley. Schiffbar, Lastträger, der Rhein. Trägt viele Namen, der Rhein. Rein, Rhin, Rhäin, Rijn, durch viele Sprachen fließt er. Vater Rhein. Magst ruhig sein. Schon die Römer ihn als Grenze nutzten. Und bauten, an seinem Ufer, nur links, die Römer, Siedlungen. Basel, Straßburg, Mainz, Koblenz, Neuss, Nimwegen, Utrecht, Leiden. Düsseldorf? Nein, Düsseldorf nicht. Liegt ja rechts. Musste noch warten. Manche Politiker schwammen hindurch. Die Menschen bauten Häfen und Atomkraftwerke in seiner Nähe. Besungen wurde er oft, der Rhein. Schon im Nibelungenlied. Was soll es bedeuten? Was? Ach Loreley. Schon ein Wal schwamm in ihm, dem deutschen Fluß. Umkämpft die Ufer, trennend Deutsche und Franzosen. Die Wacht am Rhein? Den Rhein hat Gursky in Düsseldorf, der Stadt, die nicht von den Römern gegründet wurde, am rechten Ufer liegt, fotografiert. Aber doch vom linken Ufer aus, von Oberkassel. Und zeigt den Rhein so grau und grün, kein Mensch zu sehen, kein Hund, kein Haus, nur grün und grau, der Deich und der Fluss. Der Horizont so grau wie der Fluss. Verschwunden, wie von Geisterhand, das Kraftwerk. Nur Grau und Grün. Hier wacht niemand nicht. Lieb´ Vaterland? Mit Sehnsucht und Verlangen.