Der Weg zum Flughafen

Der Weg zum Flughafen

die S-Bahn wird langsam voller

viele haben große Gepäckstücke

dabei, die Urlaubssaison hat

schon längst begonnen

Mallorca muss angeflogen werden,

er sitzt in seinem Anzug,

braucht den Flieger nach Berlin.

Spät dran ist er, sein Laptop

muss die Mails noch schnell verschicken,

neben ihm schwitzt eine Frau,

seine Schuhe glänzen

Für zwei Tage Berlin, der neue

Kunde will ein Konzept.

Für seine Träume ist da

kaum Zeit, eine Umbuchung

kommt nicht in Frage.

Gleich fährt die S-Bahn

in den letzten Bahnhof ein

nach oben führen die Rolltreppen,

der Duft des Mittelmeers

fliegt durch seinen Kopf,

seine Füße finden den Weg

zum Schalter allein.

In der Früh eine Kröte

In der Früh ein Kröte

vor der Haustüre gesessen, um Einlass

bittend, die Sprache ich verstand nicht

bat sie doch zu gehen. Nach kurzer Zeit

sie noch einmal bat hereingelassen zu werden.

Umsehen wollte sie sich ein wenig im Haus,

doch die Sprach´ich verstand sie nicht.

Beleidigt zog sie von dannen, ungeküsst.

Hey Jude

Der Aufschlag auf dem grünen Rasen,

Erdbeeren mit Sahne, die schönsten Hüte

getragen beim Pferderennen in Ascot

Zylinder für den Herren, für die Damen die breitere

Variante, in Henley den Ruderern beim

Messen ihrer Kräfte beigewohnt,

am Abend dann an der Hotelbar

einen Gin auf die Queen getrunken.

Aus dem Lautsprecher

kam ein Song der Beatles.

Then you begin to make it better.

Oder war es ein anderer Song?

Vergessen schon, vergessen.

Let it be.

 

Hey Jude

Good bye

Good bye, Mr Bean.

Wir werden dich vermissen.

Skal, Mr. Winterbottom.

The same procedure?

Diesmal nicht. Good

bye, Mr. Pommeroy.

James geht in Rente.

Fish ’n’ Chips sind

eh viel zu fettig.

Good bye.

Spätsommer, am Abend

 

Spätsommer, am Abend, wenn die

Nächte schon kühler werden, Ende

August, gingen in Castelfiorentino

entspannt auf und ab auf der

Piazza. Zwischen den kühlen

Gemäuern der alten Stadt

angenehm Schatten verspürend

trinkt sie einen kleinen Aperitif

bevor sie mit ihrer Freundin weiter

über das kommende Abendessen spricht.

Die Post hat längst geschlossen, der

blaue Himmel bekommt eine rote Farbe

verpasst, als die Abendsonne

sich verstecken geht. Nur ein

knatternder Roller stört das Gespräch

 

Sonnensegel aufgespannt

Am See liegen die weißen Bäuche,

am Anfang des Sommers wird die

Sonnenmilch gern zurückgehalten,

schnell soll die bronzene Bräune folgen,

am Abend krebsrot bei Feierabendgrill

gestanden, das Geschäft der Hautärzte

brummt, die Kinder springen jaulend

in das noch kalte Wasser, die Luftmatratzen-

Krokodile laufen über den See, am Kiosk

warten später die Kinder auf Pommes in Farbe

der österreichischen Flagge. Unter dem

Sonnensegel verschläft das Baby seinen ersten

Sommersonnentag.

Kornfeld

Niedergedrückt vom Gewitterregen

liegt das Korn auf dem Feld, verlassen

haben die Halme die aufrechte Position

zu stark  geschlagen die Wassertropfen,

die Kornblumen bewahren noch tapfer

ihre Haltung. Noch blüht der Mohn,

der Mähdrescher wartet noch.

 

 

 

Das Bild an der Wand

An der Wand in der Küche

des Großonkels hing immer das

Bild einer Fußballmannschaft. Aus

schauten die Herren wie Fritz Walter

und seine Freunde. Wunderbar altmodisch

die Bekleidung, Stolz die Brust

herausgedrückt. Gewonnen eine

Meisterschaft, Aufstieg in die Bezirksliga,

1948, später sind andereWeltmeister geworden.

Längst hängt das Bild nicht mehr

an der Küchenwand.

Variationen

Das Klavier stand gelangweilt

in der Ecke, Staub legte sich

auf die Tasten, schon lange

nicht mehr wurde fleißig geübt

eine Mazurka von Chopin oder

von Rachmaninov eine Polka

gerne hatte er auch Bach gespielt

der Klavierstimme müsste auch einmal

wieder, seine Hände waren aus der Übung

nicht mehr die jüngsten, gerne hatte er

bei geöffnetem Fenster gespielt, mit

den Vögeln in der Früh um die Wette gesungen

nicht mehr gelingen wollten ihm die Goldberg Variationen

doch müde schaut er aus dem Fenster, die

Vögel, sie singen nicht mehr

Goldberg Variationen

Schon in der Früh

Schon in der Früh

war das Geplaudere groß

an der Bar, die Fußballergebnisse

des Abends wurden lebhaft

diskutiert, der Kaffee

wurde im Stehen getrunken

nur das Klappern des Geschirrs

und der Dampf der Maschine

übertönten die Leidenschaft

des Gesprächs. Schnell

kamen die Gäste, tranken

gingen, der eine oder andere

aß ein Hörnchen

nur die älteren Herren

blieben länger, blickten

in die Zeitung, um doch wieder

ein paar Worte zu sprechen