Es ist keine Pfeife, auch wenn es scheint, ceci n’est pas une pipe
und Magritte malt nur eine Pfeife, die aussieht wie eine Pfeife,
aber keine Pfeife ist, nur Bild einer Pfeife, Abbild, Trugbild,
Simulation, nicht Wahrheit, nicht Wahrhaftigkeit, nur eine Pfeife
die scheint eine Pfeife zu sein. Ceci n’est pas une pipe.
Wenn Richter malt das Meer, den Rhein, die Tulpen, als wären
es Fotos, die Gemälde und sind doch nie welche, so ist es nur Schein,
übermalte Wirklichkeit, Simulationen des Realen, lügende Fantasie,
fantasievolle Lügen.
Autor: orangeblau
Die Einöde
Wenn öd ist die Lage, Verlassenheit liegt,
der Bauernhof allein auf weiter Flur
kein Nachbarsstreit in Sicht, nach
Wüstenei klingt, Dornbusch und Fasten
so öd, auch finsterer Wald ist öd,
so scheint in der Einöde die Ruhe
zu scheinen, das Om der Kraft
die Fastenei der Kasteiung.
Der Einsiedler könnt suchen so
in der Einöde sein Glück. Mitunter
kommt der Wunsch auf beim Einödbauern
Politiker mögen doch ziehen in solch eine
Wüstenei, ein Exit eben. Ein Zug
in die Einöd´
Der Bärentanz
Der Bärentanz scheint ein besonders
Fest zu sein. Zwar nicht elegant
der Fuß des Bären, die Tatze,
doch vergessen wohl die Bärensprache,
trottet dahin, auf Honigs Spuren
umgehend die Fallen, die gestellten
doch hin und wieder scheint
er springt vergnügt über die Wiesen
nach dem wohligen Mahl,
purzelt, als wär es ein kleines Kind
von hier nach da. Über die Berge.
Der gemeine Affe
In Metropolen gar nicht unbekannt
auch wenn sie heimisch zu nennen
irritiert, sieht man den gemeinen
Affen gern seine Wege ziehen. Am Gang
gut zu erkennen, der Affengang scheint eitel
töricht, die Nase wird oft plattgedrückt
an Scheiben gar, der Abend
kommt teuer als affenteuerlich daher.
In der funkelnden Nacht der Lichter der
Stadt will gezeigt werden der
schönste Gang. Als habe geöffnet der
Zoo seine Türen zum nächtlichen Besuch
stolziert so manch einer fern vom Gehege
herum.
Rosen
Die Rosen überblühen sich
treiben Knosp an Knosp
süßlich liegt ihr Duft
im Garten. Die Schwere der Schönheit
treibt die Zweige zu Boden.
Gedrückt vom Gewitterregen
lassen fallen die weißen, rosafarbenen
und roten Blütenblätter.
Eine Schneelandschaft im Juni liegt
auf dem Beet. Weißrosaroter Sommerschnee.
Erdbeerfeld
Wer gar nicht anders kann,
wer liebt diese Früchte,
der muss jetzt Sammeln gehen,
über die Erdbeerfelder,
zwischen den Reihen,
gebückt, um die schönsten,
die süßesten Früchte
zu erwischen. Nach sonnigen
Tagen, in der Kühle
des Morgens den Korb gefüllt.
Nach Hause in die Küche getragen,
gewaschen, geputzt, in den großen
Topf geschnitten und Marmelade
gekocht. Der Duft himmlisch von f
risch gekochter Erdbeermarmelade,
durchzieht das ganze Haus.
Voller Stolz stehen die Gläser
auf dem Tisch während des Kostens.
Frisches Weißbrot, Butter und
die noch lauwarme Erdbeermarmelade.
Küsse schmecken nie süßer.
Der Fuchs
Der Fuchs, der listige,
voll Angst in der Hose
als traf den Löwen, verriet
seinen Freund,den Esel.
Feige, nicht kämpfend liefert
er seinen Freund dem Löwen aus.
Doch Verrat ist Verrat und
Falschheit nicht gefällt,
in Stücke riss der König der
Tiere den Fuchs. Geschmeckt hat
es wohl dem Löwen.
Der Esel
Der Esel ist natürlich ein
besonders schlaues Wesen.
Nach getaner Arbeit hungrig,
nicht leicht satt zu bekommen.
Und manchmal lebt er sogar
friedlich mit einem Fuchs zusammen.
Doch als traf der Fuchs den Löwen
und bangte um sein Leben,
verraten hat der Fuchs,
verraten den Esel, dem Löwen
zum Fraß vorgeworfen. Genützt
hat es dem Fuchs nichts,
wer liebt schon Verräter.
Der Bahnhof von Saint-Lazare
Voller Sehnsucht stand der Maler an seinem Eingang,
der Bahnhof von Saint-Lazare, als Monet ihn malte,
Sehnsuchtsort, Ort der Umtriebigkeiten
der Hektik, der Aufbrüche und Ankünfte,
Kathedralen der industriellen Revolution, gelesen die
neuen Messen, ankamen die Dampfrösser,
im Dampf umhüllt, entfernt das Land, das Dorf,
Zentrum der Stadt, der Bahnhof als Ort
der Glücks, unschuldig noch, die
neuen Gelegenheiten des Fortfahrens.
Das Reisen war eine Reise, das Wegfahren
ein Abenteuer, geöffnet das Fenster.
Noch erinnern manche Bahnhöfe an die Zeit des
Reisens, wunderbar unrenoviert, das alte Eisen
an der Decke, Rundbögen, als wäre es fast
eine gotische Kirche. Nur das Smartphone
in der Hand der Nachbarin passt nicht. Schnell
schreibt sie noch eine Nachricht. Der Zug hat
Verspätung.
Die Amseln
Die Amseln freuten sich
über die frische Ware. Verlockend
in ihrem Rot hingen sie am Baum,
angelockt sie kamen und öffneten
ihre Schnäbel, kaum waren sie
von angenehmer Konsistenz,
angenehm süß im Geschmack
erlabten sie sich an ihnen. Die
Spatzen auch, sie kamen dazu,
doch die Amseln ließen nicht ab.
So schön ist die Kirschenzeit.