Für Voltaire ist die Toleranz die Menschlichkeit überhaupt. Ausgehend von der Hinrichtung des Johann Calas hat Voltaire sein Buch über die Toleranz verfasst. In Zeiten des Hasses auf die Hugenotten wurde Calas, dessen Sohn unter seltsamen Umständen erhängt im Elternhaus aufgefunden wurde, des Mordes an den eigenen Sohn bezichtigt, da er vermeintlich verhindern wollte, das sein Sohn zum Katholizismus konvertiert. Johann Calas wurde grausam gefoltert, man brach ihm Arme und Beine, flößte ihm Unmengen Wasser ein, erdrosselte und verbrannte ihn, doch Johann Calas beteuerte bis zuletzt seine Unschuld. Voltaire setzte sich für die Unschuld von Johann Calas ein und erreichte nach langem Hin und Her, das der König das Urteil aufhob und in einem zweiten Prozess posthum freigesprochen wird. Der Hass zwischen den christlichen Religionen ist heute eigentlich unvorstellbar. Und doch war die Intoleranz zwischen den Protestanten und Katholiken groß, Kriege wurden geführt, Blut vergossen. Die Toleranz zwischen den Religionen scheint heute oft fern und doch unabdingbar für die Menschlichkeit.
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