Über das Staunen

Wenn Kinder mit großen

Augen die Welt

durchwandern, ihr Blick

umherschweift und Fragen

stellen, die Welt erkunden

und Neugierde mit offenen

Mund hinausschreien

beginnt das Nachdenken

über das Leben, das

über sich selbst Denken des

Menschen, so beginnt

mit diesem Staunen

die Suche nach Wissen

nach dem Warum

des Lebens

 

Über die Hoffnung

Wenn nichts mehr kommt

wenn nichts mehr

der Sinn abhanden

wie soll gelingen das Leben?

So hoffen wir aufs Ewige

auf Sinn in der

Trostlosigkeit, mit Zuversicht

schauen was bringt

der Tag, der Seele Hoffnung

Hoffnung, du arme Seele

des Lebens Lauf

zwischen Wolken, Berg und

Himmel glücken soll

das Leben, fern der

Hoffnungslosigkeit

so bleibt der Tage Traum

die Hoffnung als

Möglichkeit, ein

gelingendes Leben

 

Der Apfel

Der Apfel fällt nicht weit

die Eva biss hinein, geschehen

war es drum, als Kind vorm

Beichtstuhl gesündigt, fehlten

doch die Sünden gar

doch wer betrog nicht schon

doch wer betrog und kann

ohne Sünde sein

das Kind, so unschuldig es

gekommen auf die

Welt, doch Eva biss

hinein, doch frei von

Schuld, doch frei,

der werfe den ersten

Stein, so grausam

war so grausam

so gütig er

Tu felix austria

Auf dem Berg, gedankenverloren
vermisst nicht
die Hügel, die Wiesen
die Seen, die Träume
flogen zum Meer
nach Böhmen nach Italia
wo bist du, Austria?
Bist bei der Mayröcker?
Bist beim Bernhard?
Du glückliches Land
Wo bist du hin?
Bist bei der Bachmann?
Beim Jandl?
Hast kein Heimweh
nach Tirol?
Bist selbst dir fremd?
Bist beim Handke?
Ach Austria, wo bleibt
der Wiener Schmäh?
Hast viele Länder
einst besessen
bist selber dir nun fremd
Was würden wir machen
ohne Mozart und Schönberg?
Tu felix austria, wo
bist du hin?
Eingebettet zwischen
Bergen, verloren der
Blick

Über das Gänseblümchen

Das Glück liegt auf der 

Wiese, klein und zart 

Gartenbürstli

zärtlich weiss

trägst Namen viele gar

das Gänseblümchen schön

der Name scheinst zu verraten

zu schmecken es Geiss

und Gäms und Ziege oder

nur den Gäns´? Tausendschön

wächst gern im Garten fein,

auf der Wiese,

auf der Wiese, es lieben

dich die Bienen

Himmelsblume

es mag der Mensch dich gern

wer zählte nicht

der Blüten Blätter

Sommerrösslein

er liebt mich, er liebt mich nicht

er liebt mich

und als trugest du einen

Kranz von Gänseblümchen

fein, mein Herz,

es wollt zu dir

 

 

Das schönste Buch

Wollt dir schenken das
schönste Buch, was
ich hab, ich wollt es dir
schenken, eingebunden
in Packpapier, ein Bändchen
drumherum, ein Bändchen zu
halten das Papier, ich suchte
es lang im Regale, lang
suchte ich es, wie war
noch einmal die Farbe?
Rot? War Weiß? Grau?
In meinem Regale ich suchte
das schönste Buch, wer hat
es noch einmal geschrieben?
Ich suchte und suchte und
fand es nicht. Du sagst,
du hättest es schon?
Das kann nicht sein, es
muss doch hier sein in
dem Regale, das
Packpapier, es wartet
schon

Buchhandlung Amalienstr. 71

In der Amalienstraße. Gewesen. Wohnten dort, die Bücher, standen, lagen, saßen. Auf Tischen, in Regalen, die ganze Welt als Buch. Butler, Derrida, Barthes, Deleuze. Nahrung, Futter. Die Philosophen, die Künstler, die Literaten. Lesungen, Vorträge, Cappuccino. Es gab die Bücher, die man nicht kannte, aber wollte und brauchte. Kam vorbei, der Uwe Timm und spielte Tennis mit dem Geschäftsführer, ganz ohne Currywurst, Rainald Goetz fragte nach seinem Buch, schon 30 Stück vom neuen Eco verkauft, Bücher von Taschen lagen neben Francis Bacon, kein Ohrensessel weit und breit, vorbei kamen die Germanisten, Philosophen, Kunsthistoriker, Studenten, Professoren, Bücherwürmer, Bücherverschlinger. Auf den Tüten, in den eingepackt wurden, die Bücher, ein Krokodil verschlang einen Leser am Strand. Auch gab es Krimis, Reiseführer. Der Ort verflogen, schon seit Jahren unbekannt verzogen. Bücherleser heimatlos. Die Merve-Bändchen lagen neben Fink und Suhrkamp, die „Reise nach Petuschki“ flirtete mit „Auslöschung. Ein Zerfall“. Mayöckers Gedichte kämpften mit Jorge Luis Borges Büchern um Zuneigung. Am Ende fraß wohl das Krokodil nicht nur den Leser am Strand, fraß wohl die ganze Buchhandlung. Bücherwohnzimmer, verschwunden.

Wenn Tulpen

Wenn Tulpen lächeln

übers Land sie färben ein

mit Rot und Gelb die Welt

Die Vögeln bauen fleißig

Wenn Tulpen lächeln

in Holland, in Tokio, in Mainz

erwacht Natur ist, erwacht

legt vor die Tür der Geliebte

die Blumen zart, wer kann

schon sprechen, wer, von der

Liebe viel, legt vor

die Tür, die Vögel bauen

fleißig ihr Nest

 

 

Kommt die Liebe, kommt

Kommt die Liebe, kommt
das Herze lacht,
springt auf und hüpft
Doch geht die Liebe
geht, zerreißt es fast
das Herz, zerreißt es
fast, sind auch die anderen
vergnügt, laufen lachend auf der Wiese
dein Herz weint bitterlich.
Doch kommt die Liebe neu,
so läufst du hinterher
und fängst sie ein die Liebe
umarmst und küssest
sie, so süß und rein und zart
das Herze lacht aufs
Neu und springt geschwind
der Liebe hinterher

Wollst Liebe mir verkünden

Wollst Liebe mir verkünden
wie gern du mich geküsst
wollst sagen wie schön die Hände
spürten, wie selig die Seele hüpft
wie gern du würdest kochen für
mich ein himmlisch Mal
den Wein, den du schon kühltest
du gingst noch schnell
um die Ecke, zu holen frisches Brot
nun sitzt in der Küch ich und warte
doch kommen tust du nicht.