
Wenn die Sonne geht



die schneeeule kam zu besuch, in ihrem
weißen kleid saß sie im verschneiten
baum, schneeglöcken zugedeckt von der
weißen decke, unsere münder berühren
sich, deine lippen noch schmeckten nach
honigbrot, des sommers süße frucht
im ofen der holzscheit knistert, eisblumen
umranken das küchenfenster, die augen
der eule unendliche müde scheinen
der walfisch hatte ihn schon lange
ausgespuckt, auf der flut vor ninive
den zorn hervorgerufen, starrköpfig
gewesen, die plagen kamen später
wieder, als hätte er es geahnt
olivenzeige umsonst geschwenkt, das
alter schützt vor gefahren
nicht, die sintflut kam allenthalben
istar schaut schon lange nicht mehr
auf ihre stadt, dohlen und eulen
fliegen über sie, wo sind die tröster hin?
verloren ninive, verloren, zorn überall





