schneeeule

die schneeeule kam zu besuch, in ihrem

weißen kleid saß sie im verschneiten

baum, schneeglöcken zugedeckt von der

weißen decke, unsere münder berühren

sich, deine lippen noch schmeckten nach

honigbrot, des sommers süße frucht

im ofen der holzscheit knistert, eisblumen

umranken das küchenfenster, die augen

der eule unendliche müde scheinen

ninive #3

 

der walfisch hatte ihn schon lange

ausgespuckt, auf der flut vor ninive

den zorn hervorgerufen, starrköpfig

gewesen, die plagen kamen später

wieder, als hätte er es geahnt

olivenzeige umsonst geschwenkt, das

alter schützt vor gefahren

nicht, die sintflut kam allenthalben

istar schaut schon lange nicht mehr

auf ihre stadt, dohlen und eulen

fliegen über sie, wo sind die tröster hin?

verloren ninive, verloren, zorn überall