blinkende irrlichter

noch verträgst der fußboden keinen 

christbaum , hölderlins birnen im keller

eingelagert, das zünglein an der

waage hat keinen ausschlag gegeben

längst durch die presse gejagt sind

die letzten äpfel, in der frühe grüßte

dich der erste frost durchs fenster

wang an wang trinken wir tee, schrill

kreischend zieht die straßenbahn ihre

erste schleife, müde gesichter hängen

an den fensterscheiben, blinkende

irrlichter vor mancher hütte

sonnenblumen schwarz vor trauer

sonnenblumen schwarz vor
trauer, briefe mit glühendem
blut geschrieben, länger und
länger die dunkelheit uns
umfasst, verreist sind längst
die schwalben, keck leuchten
hier und da hagebutten im
dornigen geäst, regentropfen
wollen weiß werden, auf den
schnee warten ungeduldig
die kinder, unsere küsse fliegen
durch die nacht

groß die trauer der sonnenblumen

abgeräumter acker #2


rotkehlchen saß in der ligusterhecke
brosamen verloren auf dem weg, der nachtnebel
zog in unsere glieder, alexander kluge rauchte
noch eine zigarette, sorgenvoll sein blick
angegriffen die zeit, blutrote blätter flogen
uns um die ohren, schwer die schritte über dem
abgeräumten acker, der fasan segelte davon

haubenlerchen abgezogen #2


gierig die frühstücksmilch getrunken. haubenlerchen
abgezogen. kalenderblätter aus vergangenen
zeiten. gestutzt hast du die dornenhecke. hügel
für hügel nähern wir uns den großen bergen. gelb
gefärbt winkt der ginko im morgenwind. novembernebel
verzogen. sonnenstrahlen leuchten in deinen augen
ruhig liegt noch die stadt, sanft schiebt der
fluss die kiesel. verflogen, davon.